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International Erdogan und Putin hauen sich Vorwürfe um die Ohren

Seit Tagen folgt ein Schlagabtausch den anderen. Jetzt will der türkische Präsident mit seinem russischen Amtskollegen ein Gespräch führen. Dabei soll es aber nicht etwa nur um leise Töne gehen. Ob es zum Dialog zwischen den beiden kommt, ist unklar. Denn Putin will zuerst eine Entschuldigung.

Der türkische Präsident gestikuliert während einer Rede. (reuters)
Legende: Erdogan sagt, es sei nun wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch auch seine Reden sprechen eine andere Sprache. Reuters

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im türkisch-syrischen Grenzgebiet herrscht zwischen der Türkei und Russland grosse Verstimmung.

Beide Seiten kritisieren sich seither teils harsch – und lassen ihre Muskeln spielen. Russland hat bereits am Donnerstag Sanktionen gegen die Türkei ausgesprochen. Nun hat Präsident Putin zudem den visafreien Reiseverkehr mit der Türkei gestoppt: Türkinnen und Türken müssen also ab Januar wieder ein Visum beantragen, wenn sie nach Russland reisen möchten.

Derweil hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Interview mit dem Sender France24 gesagt, die Türkei wolle keine Spannungen mit Russland. Es sei nun wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Auch Erdogans Kopf bleibt nicht kühl

Erdogan will seinen russischen Amtskollegen kommende Woche am Rande des Klimagipfels in Paris treffen. Er wolle mit ihm «von Angesicht zu Angesicht» sprechen, so Erdogan.

Offensichtlich bleibt auch Erdogans Kopf nicht allzu kühl. Denn Erdogan warnte Russland in einem anderen Fernsehinterview im türkischen Fernsehen davor, «mit dem Feuer zu spielen».

Legende: Video Eisige Stimmung zwischen Ankara und Moskau abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.11.2015.

Der türkische Staatschef wies dabei etwa die russischen Vorwürfe zurück, wonach die Türkei von der Terrormiliz Islamischer Staat Öl kaufe. Er sprach von Verleumdung: Zwischenstaatliche Beziehungen würden sich nicht auf Verleumdung und Klatsch stützen.

Und an Putin gerichtet: «Wenn sie ihre Vorwürfe nicht belegen können, dann stehen sie vor der Welt als Lügner da.» Trotzdem: Er sei dagegen, den Konflikt auf andere Gebiete der zwischenstaatlichen Beziehungen auszudehnen.

Putin nimmt den Hörer nicht ab

Erdogan sagte auch, er habe Putin angerufen – jedoch keinen Rückruf erhalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass Erdogan Putin um ein Treffen gebeten hat.

Wir sehen den türkischen Widerwillen für eine simple Entschuldigung.
Autor: Yuri UshakovPräsidentenberater

Ob es tatsächlich zu einem Treffen zwischen Erdogan und Putin kommt, ist unklar. Denn laut Präsidenten-Berater Yuri Ushakov weigere sich Putin, mit Erdogan Kontakt zu haben, weil Ankara für den Abschuss des russischen Kampfjets nach wie vor eine Entschuldigung verweigere.

Abschuss geplante Aktion?

Der russische Kampfflieger, der von der Türkei abgeschossen wurde, ist nach Darstellung des russischen Luftwaffenchefs Viktor Bondarjow nicht gewarnt worden. Die Auswertung von Flugdaten zeige, dass zwei türkische F-16-Jets in der Absturzregion über eine Stunde lang in der Luft gewesen seien. «Das spricht für eine geplante Aktion», so Bondarjow.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude (elize)
    es gibt viele wahnsinnige auf dieser planeten... aber dieser 2 sind 2 zuviel...
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    1. Antwort von N. Belg (Sinilga)
      mag sein 1 "Zuviel", aber ohne anderen überlebt die heutige Welt nicht, oder bleibt immer in der Vasalen Fadenkreuz.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Zweimal, im Krimkrieg und 1918 wurde schon darüber geredet die Türkei aufzuteilen. Diese Arbeit wurde aus kommerziellen Gründen des Westens nicht gemacht. Kollateralschaden fangen an mit : A, wie Armerniergenozid, Assad, etc und hören momentan auf mit I wie ISIS oder S wie Syrien. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt in Deutschland, Frankreich, USA etc. Moralisch kapitulieren wir vom Mammon
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Cizre - eine türkische Stadt, die zu 94% HDP (kurdische Partei) gewählt hat, wurde von den türkischen Sicherheitskräften 14 Tage unter Beschuss genommen. Strom weg, Wasser weg, Bäckereien zerschossen ... Scharfschützen haben auch Kinder & Jugendliche unter Beschuss genommen. Details zB heute, 28.11.15, in der NZZ, S. 11. Erdogan zielt ausschliesslich gegen Kurden, nicht gegen den IS, den er unterstützt.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @Bauert: Da stimme ich ihnen zu. Noch ein Nachtrag: Auf der einen Seite sieht man, dass die Kurden die einzigen Truppen am Boden sind, die grosse Erfloge gegen den IS erziehlen können, auf der anderen Seite schaut man zu, wie jeden Tag hunderte Muslime über die türkische Grenze sich als Freiwillige dem IS in Syrien anschliessen! Das Ganze ist doch irgendwie schizophren. Die Türkei gehört ausgeschlossen aus der Nato und muss verantwortlich gemacht werden für den Aufstieg und Unterstützung des IS.
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