Erdrutsch verschüttet Siedlung bei Teeplantage in Sri Lanka

Ein Erdrutsch hat Teile eines Dorfs im Süden Sri Lankas unter sich begraben. Behörden befürchten bis zu 150 Todesopfer. Hunderte Dorfbewohner werden noch vermisst.

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Erdrutsch reisst Häuser mit (unkommentiert)

0:14 min, vom 29.10.2014

Bei einem Erdrutsch in Sri Lanka sind nach offiziellen Angaben bis zu 150 Menschen ums Leben gekommen. Dies sagte der Katastrophenschutzminister des Landes, Mahinda Amaraweera. Zunächst war von 14 Toten und etwa 300 Vermissten berichtet worden.

Am schwersten betroffen war eine Siedlung bei einer Teeplantage nahe der Stadt Haldummulla im Süden Sri Lankas. Rund 140 Häuser wurden fortgerissen, als der Berghang mit der Siedlung am Morgen nach schwerem Regen plötzlich wegbrach.

Wie viele Bewohner insgesamt vermisst werden, blieb zunächst unklar. «In dieser Gegend lebten rund 300 Menschen, aber etwa 75 Kinder waren zur Schule gegangen, andere an der Arbeit auf der Teeplantage», sagte Amaraweera. Wegen drohender neuer Erdrutsche wurden andere Einwohner aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht.

Wenig Hoffnung auf Überlebende

Augenzeugen berichteten am Telefon vom Ausmass der Verwüstung im Dorf: «Die Häuser, Tempel und Geschäfte, die hier vorher standen, sind nicht mehr zu sehen. Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, dass hier jemand überlebt hat.»

Nach Angaben eines Armeesprechers sind 500 Soldaten an den Rettungsarbeiten mit schwerem Gerät beteiligt. Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa ordnete an, weitere Rettungstrupps zu schicken.

Wegen schlechten Wetters und der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Rettungskräfte die Suchaktion jedoch vorübergehend aussetzen.

Weil viele Strassen von Erdrutschen blockiert oder unterspült wurden, hatten Helfer Mühe, mit ihren Maschinen bis zur Unglückssiedlung vorzudringen. Dichter Nebel behinderte zusätzlich die Suche.

Monsun behindert Rettungsarbeiten

Auslöser der Erdrutsche sind die intensiven Niederschläge durch den Monsun. Die Gegend um die Teeplantage war besonders erdrutschgefährdet. Laut Katastrophenschutz wurden die Bewohner deshalb wiederholt aufgefordert, sicherere Gebiete aufzusuchen. Viele aber hätten die Warnungen nicht ernst genommen.