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International Erinnern an sexuellen Missbrauch: Tausende Kleider im Stadion

Mit einer riesigen Installation wird derzeit in Pristina an die im Kosovo-Krieg missbrauchten Frauen erinnert. Die im Kosovo geborene Künstlerin Alketa Xhafa-Mripa spannte dazu in einem Stadion in der Hauptstadt Wäscheleinen auf, an denen sie 5000 Kleider hängte.

Die Kleidungsstücke, die in der Installation in Pristina gezeigt werden, sind Spenden von Frauen aus dem Kosovo und anderen Ländern. Auch die Ehefrau des früheren britischen Premierministers Tony Blair, Cherie Blair, stiftete ein Kleid.

Kosovos Präsidentin Atifete Jahjaga sagte bei der Eröffnung der Installation, sie sei «tief bewegt» von dem Anblick. Xhafa-Mripa erklärte, ihre Kunstaktion mit dem Titel «Ich denke an dich» ehre die durch sexuelle Übergriffe während des Kriegs getöteten Frauen sowie die überlebenden Opfer.

In den Balkan-Kriegen nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens Anfang der 90er Jahren wurden Schätzungen zufolge 20'000 bis 50'000 Frauen Opfer sexueller Gewalt. Das Kosovo sagte sich in einem von 1998 bis 1999 dauernden Krieg von Serbien los und erklärte sich 2008 für unabhängig. Der sexuelle Missbrauch während des Krieges ist in dem Land noch immer ein Tabu.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Und die Täter laufen alle noch frei herum - u.U. auch bei uns.
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  • Kommentar von M. Alija, Zürich
    Im Kosovo-Krieg wurden leider Frauen sowohl auch Männer zum Opfer gefallen und auch Kinder/ältere Menschen, auf verschiedenste Weise!!! Mensch ist Mensch, egal welches Geschlecht. Es ist endlich an der Zeit gekommen, auch an die Frauen zu denken und etwas zu unternehmen... An die tausenden Männern wird jeweils jährlich gedacht. Es finden verschiedenste Andenken statt und die Famielien erhalten auch finanzielle Unterstützung. Nun hoffen wir, dass es NIE mehr Krieg gibt!
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    1. Antwort von Alex Bauert, Bern
      Sie haben Recht! Ja, die Frauen waren zu zehntausenden Opfer sexualisierter Gewalt und es ist klar, dass ihrer gedacht werden sollte, Jahr für Jahr. Die Gewalt an den Frauen sollte Teil der Gewalt des Krieges sein im Gedenken, d.h. kein Gedenken an den Krieg ohne Gedenken an diese Form der Gewalt. Mit Ihnen hoffe ich als Mann, dass es NIE mehr Krieg gibt!
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  • Kommentar von Urs Dupont, Küsnacht
    Warum nicht auch eine Erinnerung an die tausende von Männern, die im Krieg ermordet wurden? Warum immer diese Mann / Frau Diskriminierungen oder sind einfach viele der Ansicht, dass töten wesentlich weniger schlimm ist als vergewaltigen? Ich denke, beides ist schlimm und wenn man sich erinnern will, dann bitteschön an alle Kriegsopfer. Besser wäre sowieso, die einzelnen Täter kompromisslos zur Rechenschaft zu ziehen, vor allem die Drahtzieher.
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    1. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      An die ermordeten Männer wird regelmässig in Gedenktagen erinnert. Z.B. will man für das Srebrenica-Massakers vom Juli 1995 einen int. Gedenktag einführen. Sexuelle Gewalt ist hingegen ein Tabuthema; darum geht es ja bei dieser Aktion. Massenvergewaltigung ist Bestandteil der Kriegsführung! Und es stimmt nicht, dass vor allem die Männer gefoltert und ermordet werden. Bei einem Krieg sind die Mehrheit der Opfer Zivilisten(Mann + Frau), am schlimmsten trifft es dabei die Kinder.
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