Erste Urteile nach Silvesternacht von Köln

Erstmals sind in Deutschland Tatverdächtige aus der Kölner Silvesternacht verurteilt worden. Nach den Übergriffen vor dem Dom gingen über 1000 Anzeigen bei der Polizei ein.

Das Amtsgericht Köln verurteilte einen 22 Jahre alten Tunesier wegen Diebstahls einer Kamera zu drei Monaten auf Bewährung. Auch bei seinem 18 Jahre alten Komplizen aus Marokko gab es einen Schuldspruch, doch gilt für ihn noch das Jugendstrafrecht. Er muss sich nun zwei Jahre bewähren.

Nur Bagatellfälle

Zuvor war in einem ersten Verfahren ein 23-jähriger Marokkaner wegen eines Handydiebstahls zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Nach Übergriffen vor dem Dom und dem Hauptbahnhof gingen fast 1100 Anzeigen ein, mittlerweile wird gegen mehr als 75 Beschuldigte ermittelt. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft «weit überwiegend» um Asylbewerber, Asylsuchende oder Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Die beiden grössten Gruppen kommen den Zahlen der Ermittler zufolge aus Marokko und Algerien.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Über 1000 Anzeigen nach Kölner Silvesternacht

    Aus Tagesschau vom 24.2.2016

    Gegen Tatverdächtige aus der Kölner Silvesternacht sind erste Urteile ausgesprochen worden. Insgesamt gingen nach der Kölner Silvesternacht mehr als 1000 Anzeigen bei der Polizei. Über den Stand der Ermittlungen berichtet SRF-Deutschland-Korrespondent Adrian Arnold.