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International Es kommt zur Stichwahl in Peru

Keiko Fujimori hat die Präsidentenwahl in Peru gewonnen. Für das nötige Mehr reichte es aber nicht. Am 5. Juni tritt sie zur Stichwahl gegen den zweitplatzierten Pedro Pablo Kuczyinski an.

Legende: Video «Etappensieg für Keiko Fujimori in Peru» abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.04.2016.

Bei der Präsidentenwahl in Peru hat Keiko Fujimori am meisten Stimmen erzielt. Die Tochter des früheren Diktators Alberto Fujimori verpasst das absolute Mehr aber deutlich, sodass es zu einer Stichwahl kommt. Sie wird am 5. Juni gegen Pedro Pablo Kuczyinski antreten.

Nach amtlichen Teilresultaten erhielt die rechtspopulistische Fujimori 39 Prozent der Stimmen. Zweiter wurde der neoliberale Finanzexperte Kuczyinski mit 24 Prozent, gefolgt von der linken Verónika Mendoza mit 17 Prozent der Stimmen.

Knapp 23 Millionen Peruaner haben am Sonntag einen Nachfolger von Präsident Ollanta Humala gewählt. Dieser darf keine zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten bekleiden.

Rebellenangriff vor Wahlauftakt

Einen Tag vor der Wahl hatte ein Rebellenangriff auf einen Militärtransport das Land erschüttert, bei dem sieben Menschen getötet worden sein sollen. Laut Militärangaben waren Soldaten im Osten des Landes zur Bewachung von Wahllokalen im Einsatz, als sie aus einem Hinterhalt angegriffen wurden.

Die Täter seien Mitglieder einer Splittergruppe der ehemaligen maoistischen Guerilla «Sendero Luminoso» (Leuchtender Pfad), die bis 2000 aktiv war. Sie konnten bislang nicht gefasst werden.

Fujimoris Schreckens-Herrschaft

Der Name Alberto Fujimori steht für eine der dunkelsten Dekaden Perus. Er setzte Todesschwadronen ein und löste das Parlament auf, zur Geburtenkontrolle liess er zahllose Frauen zwangssterilisieren. Bei Terroranschlägen von «Sendero Luminoso» und den Auseinandersetzungen mit staatlichen Sicherheitskräften kamen zwischen 1980 und 2000 fast 70'000 Menschen ums Leben. Fujimori wurde 2009 wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, die er noch absitzt.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Walder (mikewalder)
    Eine Korrektur: Präsidenten dürfen in Peru zwei Amtszeiten hintereinander antreten. Zum Diktator: Alberto Fujimori hatte bei seiner ersten Amtszeit ein Land im Ausnahmezustand übernommen: Terrorismus, Korruption, Hypterinflation und eine schlechte Infrastruktur. Einverstanden seine Regierung hatte diktatorische Züge und er hat Fehler gemacht und die Menschenrechte wurden missachtet. Er hat aber die ländliche Entwicklung gefördert und das haben die nicht Limanesen bis heute nicht vergessen.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Gibt es belastbare Hinweise, dass Keiko Fujimori die Politik ihres Vaters unverändert (oder im Wesentlichen) weiterführt? Wenn nicht, ist die Überschrift des Beitrags eine Verletzung elementarer journalistischer Prinzipien. Wenn ja, fehlt ziemlich viel an Informationen in dem Beitrag.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Besser müsste man sich fragen, ob es in dem Land keine anderen fähige Kandidaten gibt als ausgerechnet die Tochter dieses Unholds. An Zufälle glaube ich nicht.
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    2. Antwort von Patric Huber (Patric Huber)
      Als Peru Reisender, der auch mit einer Peruanerin zusammen ist und sich mit Peru's Geschichte auseinander gesetzt hat, kann ich Ihnen sagen dass, Fujimori Jun. nicht besser ist als der Papa. Jedoch... die anderen Wirtschafts- und US Marionetten auch nicht. Der scheidende Landesschädling zeigte jeweils voller Stolz seinen Prunk im TV beschützt von den Wirtschaftsgünstlingen in Miraflores, während das Land in Armut, Abfall und Krankheit versinkt. Und das Geld fliest ins Ausland.
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