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Tragödie der «Costa Concordia» Ex-Kapitän Schettino muss 16 Jahre ins Gefängnis

Francesco Schettino
Legende: Ex-Kapitän Francesco Schettino wurde wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt. Keystone/Archivbild
  • Richter des italienischen Kassationsgerichtshofs haben in der letzten Gerichtsinstanz das Urteil gegen den 56-jährigen Ex-Kapitän Francesco Schettino bestätigt: Er muss für 16 Jahre ins Gefängnis.
  • Der nun rechtskräftig verurteilte Schettino stellte sich nach dem Urteilsspruch und befindet sich bereits im Gefängnis.
  • Schettino hatte das Schiff mit mehr als 4000 Passagieren am 13. Januar 2012 zu nah an die Insel Giglio gesteuert. Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» kenterte. Er verliess das Schiff, noch bevor die Evakuierung abgeschlossen war. 32 Menschen kamen ums Leben.

«Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino muss wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes ins Gefängnis. Das höchste Gericht Italiens bestätigte im Berufungsprozess das Urteil von 2015, das 16 Jahre Haft vorsieht. Die Richter des Obersten Gerichts lehnten die Forderung der Staatsanwaltschaft von Florenz ab, die 27 Jahre Haft für Schettino gefordert hatte.

Der 56-Jährige erschien nicht vor Gericht. Er stellte sich nach dem Urteilsspruch des höchsten Gerichts der Justiz. Er sei bereits in dem römischen Gefängnis Rebibbia, sagte sein Anwalt.

Weiterzug möglich

«Ich glaube an die Justiz», habe Schettino gesagt, nachdem er erfahren hatte, dass das Kassationsgericht im Berufungsprozess das Urteil bestätigt hatte. Auch wenn die Verurteilung endgültig ist – der Anwalt sagte, man wolle die Urteilsbegründung abwarten und nicht ausschliessen, vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen.

Schettino hatte den Luxusliner mit mehr als 4000 Passagieren im Januar 2012 zu nah an eine Insel gesteuert. Bei der Katastrophe starben 32 Menschen.

Erste Einschätzung von SRF-Korrespondent Franco Battel

«Die Begründung des Urteils steht noch aus. Es ist davon auszugehen, dass sich das Verhalten Schettinos unmittelbar nach dem Unfall erschwerend ausgewirkt hat. Schettino, der Kapitän, hatte das sinkende Schiff verlassen, noch bevor die Rettungsaktion abgeschlossen war. Er bestritt zwar auch dies, doch der mitgeschnittene Funkverkehr der Unfallnacht und eine Videoaufnahme der Feuerwehr belegen, dass Schettino sein Schiff und hunderte Passagiere tatsächlich im Stich liess. Trotzdem blieb Schettino für über fünf Jahre auf freiem Fuss, während der Dauer der insgesamt drei Prozesse. Das hat bei den Angehörigen der Opfer Unmut ausgelöst.»

16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Auf der einen Seite tut er mir ja leid. Aber es muss ganz dringend eine sehr hohe Strafe gesprochen werden, da es jedem Kapitä klar sein muss, welch grosse Verantwortung er trägt. Es gibt sicher noch auf anderen Schiffen, spezielle Abstecher in gefährliche Situationen für die Touristen. Das kann nur gestoppt werden, wenn praktisch lebenslänglich für solche "Risiko-Abstecher" droht.
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  • Kommentar von Giovanni Serini (FreivonReligion)
    Sühne wünschen oft auch schuldig gewordene Personen oder Personen, die sich schlicht schuldig fühlen, indem sie sich durch Sonderleistungen oder Verzichte selbst bestrafen.
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  • Kommentar von Giovanni Serini (FreivonReligion)
    Wenn ein Ungleichgewicht, durch Schaden oder Schuld hervorgerufen, nicht durch direkte Wiedergutmachung auszugleichen ist, wird der Gerechtigkeit Genüge getan, indem der Ausgleich durch verwaltungsrechtliche Buße oder Strafe wiederhergestellt wird. Schuld wird gesühnt, abgetragen, gebüßt, bestraft. Dadurch soll die vom Unrecht betroffene Person Genugtuung erleben.
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