Experten erreichen MH17-Absturzstelle

Die ukrainische Armee hat eine eintägige Feuerpause für den Osten des Landes angekündigt. Nun sollen sich auch die Konfliktparteien an den runden Tisch setzen. Die Experten sind derweil an der Unfallstelle angekommen. Doch es sollen bereits wieder Explosionen zu hören sein.

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Experten erstmals am Absturzort

0:53 min, aus Tagesschau vom 31.7.2014

Im umkämpften Osten der Ukraine sollen die Waffen für einen Tag schweigen. Dies hat die ukrainische Armee angekündigt. Die Feuerpause geschieht auf Bitten von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Die internationalen Experten haben nach mehrtägigen erfolglosen Versuchen die Absturzstelle von MH17 erreicht. Doch laut Berichten sollen bereits wieder Explosionen an der Unfallstelle zu hören gewesen sein.

Zuvor hatte Russland der Ukraine vorgeworfen, internationale Ermittler bewusst vom Absturzort fernzuhalten. «Wir fürchten, dass die Kiewer Behörden Beweise vernichten wollen, die ihre Rolle bei der Katastrophe blossstellen», sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin.

Krisengespräche in Weissrussland

Doch neue Hoffnung für die zerfahrene Situation keimt auf. Die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine haben ihre Teilnahme an geplanten Krisengesprächen bestätigt. Diese sollen noch heute Donnerstag oder morgen Freitag in der weissrussischen Hauptstadt Minsk stattfinden.

Noch ist unklar, ob die Aufständischen einen Vertreter nach Minsk entsenden oder per Videokonferenz zuschalten. Die Teilnahme bestätigte auch der russische Diplomat Michael Surabow. Auch Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der ukrainischen Führung in Kiew werden erwartet.

Weissrusslands autoritärer Präsident Alexander Lukaschenko, der dem Kremlchef Wladimir Putin nahesteht, hatte seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko Minsk als Verhandlungsort angeboten. Im Juni waren mehrere ähnliche Treffen ergebnislos verlaufen.