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Zugunglück Bad Aibling Fahrdienstleiter soll über drei Jahre ins Gefängnis

Legende: Video Das geschah am 9. Februar abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.02.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Fall des tödlichen Zugunglücks von Bad Aibling soll der Fahrdiensteiter 3,5 Jahre in Haft – wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung.
  • Der Fahrdienstleiter hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, beim Zusammenstoss der Züge durch seine Handy abgelenkt gewesen zu sein.
  • Am 9. Februar 2016 krachten am Stadtrand von Bad Aibling auf der eingleisigen Strecke zwei Züge ineinander. 12 Menschen starben, fast 90 wurden verletzt.

Zehn Monate nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling ist der Fahrdienstleiter zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bahnmitarbeiter ist der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig, wie das Landgericht Traunstein befand.

Bei dem Zusammenstoss zweier Züge am 9. Februar in Oberbayern waren 12 Menschen gestorben und fast 90 teils lebensgefährlich verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe oder maximal zweieinhalb Jahre Gefängnis plädiert. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre.

Vom Handy abgelenkt

Zu Prozessbeginn hatte der Fahrdienstleiter gestanden, bis kurz vor dem Zusammenstoss der beiden Züge ein Fantasy-Rollenspiel auf seinem Handy gespielt zu haben. Die Vorschriften der Deutschen Bahn verbieten jedoch die private Nutzung von Smartphones im Dienst.

Vom Spielen abgelenkt hatte der Fahrdienstleiter im Stellwerk mehrere Signale falsch gestellt. Dadurch schickte er beide Züge gleichzeitig auf die eingleisige Strecke. Beim Absetzen eines Notrufes drückte er ausserdem noch eine falsche Taste. Der Alarm erreichte die Lokführer nicht. Der Frontalzusammenstoss war daraufhin unabwendbar.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Solche Fehler müssen viel härter bestraft werden, sonst gibt es noch mehr, die statt Verantwortung zu übernehmen, halt auf ihrem I-Phone herumspielen. Nur wenn wir überall viel härtere Strafen vergeben, wird es den Menschen von Anfang an klar, dass sie aufpassen müssen, was sie tun. Das Sprichwort sollte immer noch gültig sein: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Verantwortung kann man halt nicht auf der Uni oder in der Schule lernen.
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  • Kommentar von S P (freigeist)
    Ich möchte nochmals die "Schleichwerbung" vom Teletext wiederholen, der Fahrdienstleiter hat Dungeon Hunter 5 gespielt. ( Finde es eingentlich uverschämt und unprofessionel, dies in einem schalichen Artikel zu nennen, die Teletext nachrichten können ja eh nur beschränkt lang sein)
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wir sind zurueck im feudalen Erfolgsstrafrecht. Fahrlaessige Vergehen sollten mit hoechstens 3 Jahren und bei blankem Strafregister das erste Mal immer nur bedingt ausgesprochen werden. Die Folgen sind zwar schrecklich, aber das Verschulden extrem klein. Wie frueher bei den Barrierewaerterinnen, die wegen viel zu langen Dienstzeiten uebermuedet einschliefen und dafuer nicht nur ruiniert, sondern gar eingesperrt wurden. Aber nicht mit den Bossen und Ingernieuren, die kein Haltsignal fuer den Zu
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    1. Antwort von S P (freigeist)
      Sorry das einschlafen ist natürlich und durch die langen Arbeitszeiten bedingt, ist also vorherseebar und nicht verschulden des Angestellten. Dieser ist also zu unrecht verurteilt worden. Das spielen eines Handygames ist kein Grundbedürfniss und desshalb kann man verlangen das dem nicht nachgegangen wird. Ich finde die verurteilung richtig!
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @P. - Ich habe keine Ehrenmeldung erwartet. Aber 2 Jahre bedingt haette angesichts der Mitschuld der - einmal mehr schluepfenden - Befehlskette gereicht....
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