Fallschirmjäger greifen in Proteste ein

Die venezolanische Regierung hat Fallschirmjäger in die Protesthochburg San Cristóbal im Westen des Landes geschickt. Die Soldaten sollen die Zugänge zur Hauptstadt des Bundesstaats Táchira sichern.

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Studenten wollen Maduros Rücktritt

1:10 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.2.2014

Venezuela ist in Aufruhr: In San Cristóbal und anderen Städten kommt es seit Wochen zu täglichen Protesten von Studenten und anderen Anhängern der Opposition. Sie protestieren gegen die hohe Inflation, die verbreitete Korruption und die grassierende Kriminalität im Land.

Proteste sollen Staatsstreich sein

Regelmässig kommt es zu Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften, bei denen bisher vier Menschen getötet wurden. Auf die Strasse gehen inzwischen aber auch die Anhänger des Präsidenten Nicolás Maduro.

Nun setzt die Regierung Soldaten ein: Fallschirmjäger sollen die Zugänge zur Protesthochburg San Cristóbal sichern.

Maduor bezeichnete die Proteste als versuchten Staatsstreich und drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands im Bundesstaat Táchira. Die Protestierenden machen ihn für die Missstände im Land verantwortlich. Die Proteste haben in San Cristóbal ihren Anfang genommen, nachdem es auf dem Universitätscampus zu einer versuchten Vergewaltigung einer Studentin gekommen war.

Keine Mordanklage gegen López

Der Oppositionsführer Leopoldo López, der sich am Dienstag der Polizei gestellt hatte, wurde nun doch nicht wegen Mordes angeklagt, wie es Maduro angedroht hatte. Die Justiz wirft ihm aber laut einer Mitteilung des Obersten Gerichtshofs Brandstiftung sowie Anstiftung zur Gewalt und zur Sachbeschädigung vor.

Maduro drohte auch dem US-Nachrichtensender CNN, ihn zu schliessen. Dieser versuche den Eindruck zu erwecken, Venezuela befinde sich in einem Bürgerkrieg. «Diese Kriegspropaganda muss aufhören», forderte der sozialistische Politiker. Sein Verhältnis zu Washington ist gespannt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Drei Toten und die Furcht vor einer Eskalation

    Aus Tagesschau vom 18.2.2014

    In Venezuela sind die Lebensbedingungen schlechter denn je, seit Präsident Chavez tot ist und der Sozialist Maduro im letzten Frühling die Nachfolge antrat. Jetzt platzt vielen der Kragen; in Caracas ist es zu brutalen Protesten mit Toten gekommen.