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International Finanzminister wollen Griechenland-Paket «finalisieren»

Nun versuchen sich die Euro-Finanzminister wieder. Heute ab 19 Uhr schleifen die 19 Ressortschefs der Euro-Staaten an den Details, um «den griechischen Reformplan zu finalisieren». Gelingt den Finanzministern der Kompromiss?

Der griechische Finanzminister Varoufakis blickt in die Kamera.
Legende: Sucht im Kreise seiner Amtskollegen den Durchbruch: der griechische Finanzminister Varoufakis. Keystone

Nach einer monatelangen Hängepartie: Die Euro-Finanzminister wollen sich heute um 19 Uhr auf ein Spar- und Reformpaket für Griechenland einigen. Die Reformzusagen sind Voraussetzung für die Auszahlung neuer Milliardenhilfen an das pleitebedrohte Land. Die 19 Ressortchefs der Euro-Staaten treffen sich in Brüssel, um «die Details des griechischen Reformplans zu finalisieren», hiess es in der Ankündigung.

Optimistische Töne aus Brüssel und Athen

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) ist zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt. Die Auszahlung der verbliebenen Hilfsgelder sei aber nur Voraussetzung für weitere Schritte, «damit Griechenland wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt», sagte Schulz der dpa. «Nötig hierzu sind Investitionen», betonte er. Ein wichtiger Teil davon könne aus dem Investitionspaket finanziert werden, auf das sich das Europäische Parlament und die EU-Kommission geeinigt haben.

Auch der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis sagte, man sei nahe an einer Einigung. Gelingt den Finanzministern der Kompromiss, könnten die EU-Staats- und Regierungschefs die Pläne beim regulären EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel gutheissen.

Wie weiter bei einem Kompromiss?

Sollte in dieser Woche das Paket in Brüssel geschnürt werden, muss auch das Parlament in Athen die Pläne billigen. Passiere das nicht, könnte es vorgezogene Neuwahlen geben, sagte Regierungssprecher Sakellaridis. Mehrere Abgeordnete des linken Flügels der Regierungspartei Syriza erklärten bereits, dass sie dem neuen Sparprogramm nicht zustimmen wollen. Teile der Opposition könnten hingegen für die Massnahmen stimmen. Möglicherweise findet das Votum an diesem Wochenende statt.

Billigen die griechischen Abgeordneten das Reformprogramm, müssen zudem mehrere nationale Parlamente anderer Euro-Staaten zustimmen, darunter in Deutschland. Der Bundestag könnte vom kommenden Montag an über die Hilfen abstimmen – gerade noch rechtzeitig in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause.

Was bisher geschah

  • Die Euro-Finanzminister waren bereits am vergangenen Donnerstag und am Montag zusammengekommen – ohne Ergebnisse. Griechenlands bisheriges zweites Hilfsprogramm liefe damit nach aktuellem Stand am 30. Juni auf europäischer Seite aus.
  • Zum Stichtag vom 30. Juni müssen die Griechen rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Viele zweifeln daran, dass das Land das aus eigener Kraft schafft.
  • Von den Geldgebern, inklusive IWF, stehen zwar noch 7,2 Milliarden Euro weitere Hilfen bereit. Diese werden aber nur freigegeben, wenn Griechenlands Reformzusagen die Gläubiger überzeugen.
  • Zu Wochenbeginn hatte die griechische Regierung ein neues Angebot eingereicht. Nach Worten von EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis stimmt das in grossen Zügen mit den Vorstellungen der Institutionen überein. «Mit diesem Vorschlag ist eine Vereinbarung möglich, wenn beide Seiten ernsthaft in den nächsten ein oder zwei Tagen arbeiten», sagte der Lette der Deutschen Presse-Agentur.

Tsipras weibelt vor Ort

Überraschend reist heute auch Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Brüssel. Nach Angaben seines Büros will er dort die Spitzenvertreter der Geldgeber treffen. Es wurden keine weiteren Details genannt.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Ein Grossteil des Volkes hat das Land behandelt wie ein Selbstbedienungsladen, Steuerbetrug, Sozialbetrug, Vetternwirtschaft und Betrug an der EU waren an der Tagesordnung. Es ist kaum zu glauben, was man darüber alles lesen konnte, der Zusammenbruch kam unweigerlich und nun sind alle andern Schuld, nur die Griechen nicht. Ich kann die Jammerei nicht mehr hören, die Griechen bekommen das, was sie verdienen.
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  • Kommentar von Freddy Tobler, ZH
    Einerseits ist traurig was in Griechenland passiert, all das Leid. Was mich aber nachdenklich stimmt ist die sooo einseitige Berichterstattung, welche durch alle Mainstreammedie geht. Wo Liegt da der Hund begraben?! Würde nicht ein Redakteur Reichen um die differenzierte Lage der breiten Masse zu erklären, abr wo bleibt diese Kühnheit?! Wenn es um Angst um den Job, Angst um die Reputation geht, bedenkt: wenn ihr das Maul nicht aufmacht, wird beides keine Rolle mehr spielen.
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