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International Französische Truppen in Kämpfe verwickelt

Paris weitet seine Militäraktion in Mali aus. Zu den Verbänden aus Frankreich sollen mehr als 3000 Soldaten aus afrikanischen Nachbarstaaten hinzustossen. Unterdessen kam es zu ersten Gefechten mit Islamisten.

Legende: Video Nur Verhandlungen können Mali Frieden bringen abspielen. Laufzeit 0:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.01.2013.

Französische Spezialkräfte sind im Zentrum Malis in direkte Kämpfe mit islamistischen Rebellen verwickelt worden. In der Stadt Diabali – rund 250 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako – sei es zu schweren Zusammenstössen gekommen, meldete ein französischer TV-Sender.

Die Rebellen hatten die Stadt erst am Montag eingenommen. Mehr als 300 französische und malische Soldaten hatten sich daraufhin auf den Weg nach Diabali gemacht.

Malis Souveränität als Einsatzziel

Ungehindert auf dem Vormarsch in Richtung Norden sind dagegen die französischen Bodentruppen. Bisher hätten die Soldaten die Hauptstadt Bamako gesichert, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem  französischen Sender RTL.

Im Westen gestalte sich die Lage schwieriger. Dort befänden sich die fanatischsten, am besten organisierten und am stärksten bewaffneten Gruppen, so Le Drian.

Es sei aber von Anfang an klar gewesen, dass es ein schwieriger Einsatz werde, sagte der Minister. Es werde ein «langer Kampf». An dessen Ende stehe das Ziel, dass Mali seine Souveränität über das gesamte Staatsgebiet zurückerlange.

Luftangriffe in Nordmali

Derzeit befinden sich rund 800 französische Soldaten in Mali, um auf Bitten der dortigen Regierung gegen die vorrückenden Islamisten aus dem Norden vorzugehen.  Insgesamt will Paris bis zu 2500 Soldaten nach Mali entsenden. 3300 Soldaten sollen aus den Nachbarstaaten hinzukommen.

Wie ein Sprecher der malischen Streitkräfte mitteilte, griffen französische Jets erneut auch Stellungen der Rebellen im Norden des Landes an. Neben Diabali wird auch die Stadt Konna im Zentrum Malis weiterhin von Rebellen kontrolliert.

Französische Soldaten packen Munition zusammen.
Legende: Frankreich stellt sich auf einen längeren Einsatz in Mali ein. Keystone

Vergeltung angekündigt

Die Islamisten haben als Reaktion auf das französische Eingreifen Bombenanschläge angekündigt. Daraufhin wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Bamako drastisch verschärft. Scharfschützen haben sich auf der französischen Botschaft in Stellung gebracht und auch die französische Schule bleibt geschlossen.

Nach Angaben von Einwohnern der nordmalischen Stadt Gao kappten derweil islamistische Kämpfer die dortigen Telefonverbindungen. Damit sollten die Bewohner gehindert werden, malische und französische  Militärs mit Informationen zu versorgen.

Dies sagte ein Zeuge der Nachrichtenagentur AFP. Ein Lehrer aus Gao bestätigte die Angaben und fügte hinzu, sowohl das Festnetz als auch Handys seien betroffen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Tatsache ist, dass Frau Clinton + F - OHNE NOT - unermessliches Leid über Libyen brachten+die Söldner Gaddafis ihre Ausrüstung auf Flucht natürlich nicht zurückliessen+ihre Artillerie nun gegen Kamelstöcke zu ihrem Vorteil nutzen. USA+F ALLEINE HABEN MORALISCHE VERPFLICHTUNG, Artillerie in Mali oder wo auch immer,einzusammeln.Kritik von F,es werde durch die EU nicht genügend unterstützt+müsse Last des Kampfeinsatzes alleine tragen,ist nicht nur Zumutung sondern bodenlose Unverschämthei...
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  • Kommentar von V. Cocola, Zürich
    Diese Pauschalisierungen finde ich echt blöd! Jeder Mensch kann verändert werden, ob Christ, Jude, Muslim, Buddhist oder Atheist.
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  • Kommentar von jc.heusser, erstfeld
    Diese "selbsternannten Gotteskrieger" zeigen das wahre Gesicht des Islams auf . . . sie wollen zürück ins "Mittelalter" kämpfen aber mit den "modernsten Kriegswaffen" ! Wahrlich ein "toller Glaube" ! ! !
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    1. Antwort von Ulrich Heinemann, Zollikon
      Hören Sie doch auf, nur weil ein paar Irre wie wild rumballern und die Macht in Mali übernehmen wollen, müssen sie nicht pauschalisieren und die ca. 1,5 Milliarden Muslime in einen Topf werfen. Die Familie Bush führte auch mehrere Kriege mit unzähligen Opfern, doch niemand sagt das Christentum sei das Problem, obwohl diese Leute jeden Morgen beten und mehr oder weniger streng gläubig sind. Sie sollten lernen zu differenzieren, sonst unterstellt man ihnen plötzlich mal braunes Gedankengut.
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    2. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      Wenn radikale Islamisten das "wahre Gesicht des Islam" zeigen, zeigt dann die Lord’s Resistance Army (LRA) das wahre Gesicht des Christentums?
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    3. Antwort von David Rothen, Bern
      Mittelalterlich erscheinen eher die Äusserungen von Jc. Heusser. Sehr gute Kommentare von Herrn Heinemann und Herrn Würz. Danke.
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    4. Antwort von Simon L., Bern
      @Otto Würz: Sie haben wohl noch nie gelesen dass die Christen im nahen Osten umgebracht und ihre Kirchen niedergebrannt werden? Haben Sie in den letzten Jahrzehnten die Augen zu getan?
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    5. Antwort von Patrick Bieri, Oensingen
      Das Mittelalter war übrigens eines der besten der Menschheit. Erst als in Europa die Menschen sich ohne Gottesglaube zu behaupten suchten, begann der ganze Schlamassel, also Angst, Verzweiflung, Egozentrik, Machtglaube, Grössenwahn. So gesehen täte uns etwas mehr mittelalteriche Tugend wohl gut.
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    6. Antwort von Heinz Binggeli, Solothurn
      Ulrich Heinemann Jeden Tag wenn ich eine Zeitung lese oder Nachrichten höre vernehme ich immer das selbe: Krieg, Mord, Entführung, Steinigungen, Selbstmord Anschläge, Mädchen Schulverbot, Burka, ect. Und alles im Namen des Islam! Das Unglaubliche ist dass diese Männer Sekte genau wie Christen oder Juden unreformierbar sind. Einfach Krank!
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