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International Gaza: Fronten bleiben verhärtet

Aussicht auf einen baldigen Waffenstillstand gibt es zurzeit nicht im Gazastreifen. Israel und die Hamas verharren auf ihren Positionen und lassen sich kaum zur Umkehr bewegen. Derweil steigt im Konflikt die Zahl der zivilen Todesopfer stetig an.

Legende: Video Pascal Weber: «Keine Zeichen der Zurückhaltung» abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.07.2014.

Gemäss verschiedenen Quellen wird Israel trotz steigender Opferzahlen seine Offensive im Gazastreifen ausweiten. Dieser Ansicht ist auch SRF-Korrespondent Pascal Weber. Der Aufruf Israels an 50'000 Palästinenser ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu begeben, deute darauf hin. Die Menschen wüssten jedoch nicht wohin sie gehen sollen. Ausserdem stossen laut Weber die Hilfswerke an ihre Grenzen und die Versorgung mit Wasser, Strom und Medikamenten im Gazastreifen ist sehr schlecht.

Waffenstillstand unwahrscheinlich

Auch die Chancen auf einen Waffenstillstand stehen zur Zeit nicht gut. «Beide Parteien sind an einem Punkt angelangt, an dem sie sich schwer tun werden, ihre Meinung zu ändern», sagt Korrespondent Weber. Israel werde sich erst aus Gaza zurückziehen, wenn ein Grossteil der militärischen Infrastruktur der Hamas zerstört sei.

Die Hamas auf der anderen Seite habe im Moment überhaupt nichts vorzuweisen. Sie habe weder genügend Druckmittel aufbauen können um eine Öffnung der Grenzübergänge des Gazastreifens zu erzwingen, noch um die Freilassung von Gefangenen zu fordern. «Aus ihrer Sicht wäre ein Eintreten auf ein Waffenstillstandsabkommen gleichbedeutend mit einer bedingungslosen Kapitulation. Das kann sich die Hamas im Moment nicht leisten.»

Legende: Video Nahost-Konflikt immer dramatischer abspielen. Laufzeit 0:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.07.2014.

Bisher drei israelische Soldaten tot

338 Menschen sind nach Angaben der palästinensischen Rettungsdienste seit Beginn der israelischen Luftangriffe am 8. Juli getötet sowie 2380 weitere verletzt worden. Seit dem Vorrücken israelischer Bodentruppen in den Gazastreifen in der Nacht zum Freitag starben mindestens 70 Palästinenser. Zwei Drittel der Opfer seien Zivilisten, hiess es.

Ein Hamas-Kommando versuchte heute nach Armeeangaben erneut, durch einen Tunnel nach Israel zu gelangen. Eine Militärstreife entdeckte den Trupp auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze, bevor er eine nahe gelegene Ortschaft zu attackieren vermochte, wie die Armee mitteilte. Beim anschliessenden Gefecht wurde ein Angreifer getötet. Die anderen zogen sich durch den Tunnel nach Gaza zurück.

Zwei israelische Soldaten erlagen am Abend ihren Verletzungen. Zudem wurden in der Nacht zum Samstag ein israelischer Offizier schwer und zwei Soldaten leicht verwundet, wie die Armee mitteilte. Der israelische Soldat, der gestern getötet wurde, war zu Beginn der Offensive Opfer eines irrtümlichen Beschusses aus den eigenen Reihen geworden. Dies ergab eine Untersuchung durch das Militär.

Tunnel im Fokus

Mit dem ersten massiven Vorstoss in das Palästinensergebiet seit 2009 will Israel die militärische Infrastruktur der radikal-islamischen Hamas und verbündeter Gruppen zerschlagen. Dazu zählen zahlreiche Tunnel, mit denen die Hamas auf unterirdischem Weg in Israel Anschläge verüben oder Menschen entführen will. Die israelische Bodenoffensive begann nach tagelangem Raketenbeschuss und einem vereitelten Tunnelangriff militanter Palästinenser.

Die Türkei beantragte ein Dringlichkeitstreffen des UN-Menschenrechtsrats und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), wie Aussenminister Ahmet Davutoglu ankündigte. «Wir verurteilen die von Israel nach den inhumanen Morden durch Luftangriffe begonnene Bodenoperation in Gaza auf das Schärfste.»

Ban Ki-moon vermittelt

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon reist heute in den Nahen Osten, um sich dort für eine Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern einzusetzen.

Raketenangriff: Israeli stirbt

Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen ist ein Israeli getötet worden. Vier weitere Menschen wurden in der südisraelischen Stadt Dimona verletzt, wie die israelische Armee mitteilte. Es handelte sich um den zweiten israelischen Zivilisten seit Beginn des neuerlichen Krieges.

11 Kommentare

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  • Kommentar von l. Timoumi, kriens
    Was die meisten leute nicht wissen , Gaza ist einer der meist bewonnten orte der Welt ! Fast zwei milionen MENSCHEN auf 360km2 . Grund dafür , sie wurden immer wieder vertrieben aus ihrem HEIMAT bis es nicht mehr geht ! Hinten ist das Meer , seitlich ist ägypten und rund um sind die Israelie die all paar Jahren tausende von Bomben und Racketen auf sie einwerfen !!! Nur die lezte 12 Tagen über 300 Opfer dreiviertel davon sid ziwielisten!!! Wenn sie sich wehren , heisst es TERRORISTEN
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    "Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte." Ein Sprichwort, welches im kleinen Rahmen zutrifft. Jedoch viel zu euphemistisch ausgedrückt, für das was sich seit Dekaden in Nahost abspielt. Dieser Zustand hängt wohl mittlerweile allen rational denkenden Dritten zum Halse raus. Nichts schlimmeres, als religiöse Fundamentalisten auf beiden Seiten. Beide sind so Kompromissresistent wie ein Herpesvirus. Einmal unseren Organismus befallen, wird man es zeitlebens nicht mehr los. Zensuriert!!!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Eines fällt mir seit vielen Jahren immer wieder auf: Wenn die Israelis Gewalt anwenden, werden sie IMMER verurteilt, aber wenn die Gegenseite Gewalt anwendet, wird von den Anti-Israel-Leuten - nicht nur hier im Forum, sondern auch ausserhalb - immer wieder fast krampfhaft nach "Erklärungen" gesucht, aber es wird nie wirklich verurteilt. Zudem habe ich bis heute von keinem von euch die Aufforderung gelesen, dass die Hamas-Terroristen mit dem Raketenbeschuss endlich aufhören sollen.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @J. Stump: Die Antwort auf Ihre Frage ist so einfach, dass ich sicher bin, dass auch Sie sie schon längst wissen. Sehr vielen Forenschreibern unterstelle ich einen latenten Antisemitismus, unterschwelig aber immer vorhanden. Ich schäme mich dafür und habe für mich den besten Weg daraus gefunden: Gute Geschäftsbeziehungen zu israel. und jüd. Partnern um somit wenigstens nicht vor mir selbst meine Achtung zu verlieren.
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