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International Gazastreifen: Truppenabzug Israels und dreitägige Waffenruhe

Im Gazastreifen stehen die Zeichen auf Entspannung: Israel zieht seine Truppen aus dem Gazastreifen ab. Das Ziel sei erreicht: die Zerstörung von Tunneln der Hamas. Zudem einigte sich Israel mit den Palästinensern auf eine Feuerpause von 72 Stunden.

Legende: Video Neue Waffenruhe im Gazastreifen abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.08.2014.

Das israelische Militär will seine Bodentruppen komplett aus dem Gazastreifen abziehen – zumindest für die kommenden 72 Stunden. Für diesen Zeitraum gilt eine Feuerpause, die um 7 Uhr (MESZ) in Kraft getreten ist. Die Vereinbarung kam unter Vermittlung Ägyptens zustande.

Israel kündigt Truppenrückzug an

Hochrangige Delegationen beider Seiten sollen nun in Kairo über eine langfristige Waffenruhe beraten.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüsste die neue Vereinbarung im Gaza-Konflikt. Er rief alle Parteien auf, die dreitägige Waffenruhe zu halten.

32 Tunnels der Hamas gesprengt

Zuvor hatten die beiden Haupt-Radiosender Israels berichtet, dass das Hauptziel, die Zerstörung von Tunnel der Hamas, erreicht worden sei. Mindestens 32 der Tunnel seien entdeckt und gesprengt worden, hiess es unter Berufung auf das Militär.

Ein Militärsprecher sagte, die Hamas habe nach seinen Informationen 100 Millionen Dollar in diese Tunnel investiert. Insgesamt habe die Armee seit dem 8. Juli 4800 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen. 82'000 Reservisten seien für die Kämpfe eingezogen worden.

Bei Kämpfen und Luftangriffen seien rund 900 militante Palästinenser getötet worden. Die israelische Armee habe bei ihren Angriffen etwa 3000 Raketen der militanten Organisationen zerstört und diese hätten während des Krieges mehr als 3300 Raketen auf Israel abgefeuert. Damit verfügten sie etwa noch über 3000 Geschosse.

Nach palästinensischen Angaben wurden seit Beginn der Offensive mehr als 1850 Palästinenser getötet, unter ihnen auch Zivilisten. Auf israelischer Seite wurden in dem Konflikt 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet.

Hilfsorganisationen nutzen den Frieden

Mit dem Beginn des Waffenstillstandes haben sich für humanitäre Organisationen die Chancen verbessert, notleidende Palästinenser zu versorgen. Die Lieferungen von Hilfsgütern würden so rasch wie möglich verstärkt, hiess es bei UN-Organisationen.

Allerdings benötigen sie angesichts erheblicher Zerstörungen auch mehr finanzielle Unterstützung. Bereits in den letzten Tagen konnte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Hilfe ausweiten. Gemeinsam mit dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge sei eine Aktion zur Versorgung des Gazastreifens mit Brot gestartet worden, so eine WPF-Sprecherin.

Britische Ministerin konsequent

Dagegen hat Sayeeda Warsi, Staatsministerin im britischen Aussendepartement, ihren Rücktritt erklärt. Die 43-Jährige gab über Twitter bekannt, dass sie die Gaza-Politik ihrer Regierung nicht mehr tragen könne.

Rücktrittserklärung von Warsi

Warsi ist gebürtige Pakistani. Sie war die erste Muslimin, die Premier David Cameron in sein Kabinett holte.

«Viele sind nervlich am Ende»

Nach 29 Tagen Krieg können die Menschen in Gaza aufatmen, vorerst zumindest. Wie ist die Lage vor Ort? Der palästinensische Politologe Usama Antar erzählt, wie die Lage ist.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Steinmann, Zürich
    Der wahrscheinlich grösste Gauner aller Zeiten Parteivorsitzender Mao Zedong hat mal während dem Koreakrieg gesagt: Man kann gegen Gauner (gemeint ist die USA) auch nur die Gaunermethode anwenden. 60 Jahre später muss ich dem grössten Gauner recht geben...
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  • Kommentar von U. Fröhlich, Herisau
    Israel und die Palästinenser haben sich auf eine 72-Stündige Waffenruhe geeinigt, die heute früh in Kraft trat. Nur wenige Minuten nach Eintritt der Feuerpause wurden mehrere Raketen aus dem Gazastreifen abgeschossen. Die Warnsirenen heulten im Süden, in den Städten Rischon Le Zion, Rehovot und sogar in der judäischen Wüstenstadt Maale Adumim. Ein großes Trümmerstück einer Rakete fiel auf eine Straße in Gush Etzion. Es gab keine Verletzten. - Wenn die Hamas jetzt schon die Waffenruhe bricht...
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  • Kommentar von Frédéric Weil, Adliswil
    Interessant ... Mal eine wirklich positive Meldung, und keine Kommentare !!! Hoffen wir dennoch, dass sich die Hamas an die Ruhe hält. Sie wären damit gut beraten.
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    1. Antwort von Gerri Müller, Zürich
      Es liegt vielmehr an Israel sich an die eigene zuvor verkündete Waffenruhe zu halten und nicht kurz vor Eintritt der Waffenruhe beispielsweise mehrere Kinder noch in den Tod zu reissen. Solange die Besetzung fortgeht, solange wird sich vermutlich die Hamas auch wehren (müssen). Rechtlich gesehen ist das korrekt.
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    2. Antwort von S. Bolliger, Kirchleerau
      Ja, Hamas täte gut daran, weder weitere Raketen zu schiessen, noch Tunnel zu bauen, noch Terror-Attentate oder Entführungen zu planen und auszuführen! Meine Bedenken aber: Was geschieht nun mit den Millionen, die Gaza für den Wiederaufbau erhalten wird? Das Geld in den Händen der Hamas würde ein nächstes Desaster bedeuten - für die palästinensische Bevölkerung und für Israel!
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    3. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Da stimme ich ihnen voll zu Herr Weil. Dem Herrn Gerri Müller täte ein Studium der Faktenlage gut. Es lag keine Besetzung des Gazastreifens vor zum x-ten Mal - und aus diesem heraus ist der Krieg von der Hamas gegen Israel lanciert worden. Rechtlich gesehen ist es ihrer Meinung nach vermutlich auch korrekt, wenn Hamas 30 sog. pal. Kollaborateure mit Israel ohne Gerichtsverfahren hinrichtet?! Es waren ja Feinde der Hamas und Hamas hat sich nur zur Wehr gesetzt. Bedenkliche Ansichten.
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