Gericht hebt Urteil gegen Ex-Diktator Ríos Montt auf

Der Prozess gegen Ríos Montt muss wiederholt werden. Das Verfassungsgericht Guatemalas hat das Urteil gegen den 86jährigen Ex-Diktator aufgehoben. Ríos Monnt war im Mai wegen Völkermordes zu 80 Jahren Haft verurteilt worden.

Ríos Montt bei einer Befragung vor Gericht am 9. Mai 2013.

Bildlegende: Ríos Montt stand bereits im Mai vor Gericht. Nun wird der Prozess wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt. Keystone

Das guatemaltekische Verfassungsgericht hat das Urteil gegen den früheren Machthaber Efraín Ríos Montt aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet. Während der mündlichen Verhandlung seien der Strafkammer Verfahrensfehler unterlaufen, zitierte die Zeitung «El Periódico» aus der Begründung.

Ríos Montt war am 10. Mai wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 soll er für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung tausender Indios verantwortlich gewesen sein.

Menschenrechtsaktivisten hatten das Urteil gegen Ríos Montt als historisch gefeiert. Nie zuvor wurde ein de facto Ex-Staatschef von einem einheimischen Gericht wegen Völkermordes verurteilt.

Die Anwälte von Ríos Montt hatten allerdings bereits während des Verfahrens eine ganze Reihe von Beschwerden eingelegt. Unter anderem monierten sie, dass nicht alle Entlastungszeugen gehört worden seien. Direkt nach dem Urteil legten sie Berufung ein. Der 86jährige Ríos Montt ist zurzeit unter anderem wegen Bluthochdrucks in einem Militärspital in Behandlung.