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International Giftgaseinsatz: UNO relativiert Aussagen del Pontes

Die Giftgasangriffe in Syrien sollen die Rebellen verübt haben – nicht die Truppen der Regierung von Baschar al-Assad, sagte UNO-Expertin Carla del Ponte. Die unabhängige Syrien-Kommission der Vereinten Nationen und die USA haben diese Aussagen nun relativiert.

Legende: Video Giftgas-Einsatz: Carla del Ponte beschuldigt Rebellen abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.05.2013.

«Wir haben Zeugenaussagen von Ärzten, Flüchtlingen in benachbarten Ländern und Spitalmitarbeitern, dass in Syrien chemische Waffen verwendet wurden – nicht von der Regierung, sondern von der Opposition.» Das hatte Carla del Ponte im Tessiner Fernsehen RSI berichtet. Die Verletzungen vieler Opfer wiesen darauf hin, dass Sarin eingesetzt worden sei. Unumstössliche Beweise gebe es hingegen noch nicht, erklärte del Ponte weiter.

Die unabhängige Syrien-Kommission der Vereinten Nationen hat diese Aussagen relativiert. Es gebe «keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien durch irgendeine der an dem Konflikt beteiligten Parteien», erklärte die Kommission. «Daher ist die Kommission derzeit nicht in der Lage, diese Behauptungen weiter zu kommentieren.»

Die Erklärung kommt einem Dementi zu Medien-Äusserungen Del Pontes nahe, die selbst Mitglied der Experten-Kommission ist.

Auch Washington zeigt sich skeptisch. «Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass jedwede Nutzung von Chemiewaffen in Syrien vom Assad-Regime ausging», sagte ein Sprecher des Weissen Hauses.

Carla del Ponte räumte im Interview ein, dass Untersuchungen noch lange nicht abgeschlossen seien. Die Kommission müsse ihre bisherigen Erkenntnisse in weiteren Gesprächen mit Zeugen vertiefen, verifizieren und bestätigen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich «besorgt» über die Lage in Syrien gezeigt. Er sagte, die Nato habe «Hinweise darauf, dass in Syrien chemische Waffen eingesetzt worden sein könnten». Die Nato habe aber «keine vertieften Kenntnisse darüber, wer diese chemischen Waffen eingesetzt hat».

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellengruppen werfen sich gegenseitig vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die USA hatten Staatschef Assad wiederholt gewarnt, Giftgas einzusetzen. Das sei eine rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe.

Sarin

Sarin ist ein Nervengift. Die UNO hat es 1991 zur Massenvernichtungswaffe erklärt und den Einsatz weltweit verboten. Das Gas wirkt bereits in kleinsten Mengen tödlich. Es dringt über den ganzen Körper in den Organismus ein und lähmt in hohen Dosen die Atemwege.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Jorge Stein, Conches
    Carla del Ponte ist ein "tough cooky". Aber ihre Integrität, ihre hohe Intelligenz und ihr persönliches Engagement stehen ausser Frage . Ich würde diese Frau sofort in den Bundesrat wählen, auch wenn sie zuweilen dem einen oder andern Waschlappen auf die Füsse treten würde und eine böse Presse bekäme. Auch im konkreten Fall ist sie glaubwürdiger als Obama, UNO, NATO etc.
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  • Kommentar von Marianne R., Gwatt
    Ich bin auch überzeugt, dass Frau DelPonte zuverlässiger ist als alle andern Aussagen. Die Weltpolitik ist viel zu verlogen, dass sie eine so offene und sicherlich fundierte Aussage durchlassen will. Schade ! Es ist aber gut, dass man endlich solche Unterschiede miterleben kann. Vielleicht ist dies ein zwar sehr kleiner Schritt zur Wahrheit und Offenheit in der Welt. Bravo Frau DelPonte! Ich hoffe, dass diese Frau nun nicht durch irgend einen inszenierten unwahren Skandal kaputt gemacht wird.
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, Naters
    @Wyssmann, ich habe nur von der Politik und Krieg geschrieben, Frau del Ponte ist UNO-Expertin ich betrachte sie nicht als Politikerin. Gruss und schönen Tag
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