Google wird mit Lösch-Anträgen überhäuft

Es war ein wegweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Google muss auf Antrag Verweise auf Webseiten mit persönlichkeitsverletzenden Daten aus seiner Ergebnisliste streichen. Sieben Wochen später sind beim US-Konzern bereits 70'000 Lösch-Anträge eingegangen.

Silhouetten von zwei Frauen mit Laptops, die vor einem Google-Logo stehen

Bildlegende: Viel Arbeit wartet auf Google. Keystone

Google hat europaweit mehr als 70'000 Anträge auf die Entfernung von Links aus seinen Suchergebnissen erhalten. Insgesamt beantragten die Gesuchsteller, mehr als 267'000 Links streichen zu lassen. Dies teilte das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Kalifornien mit.

Wegweisendes EuGH-Urteil

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte den Weg für die Löschgesuche frei gemacht. Er entschied Mitte Mai, dass Europas Bürger, auch Schweizer, von Suchmaschinen wie Google verlangen können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus den Suchergebnissen verschwinden zu lassen.

Den Fall ins Rollen gebracht hatte ein spanischer Unternehmensberater, der vor über 15 Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Eine Zeitung berichtete darüber und stellte den Artikel ins Internet. Darauf erschienen bei Google immer die Verweise auf den alten Bericht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Er hat für die NutzerInnen und gegen Google entschieden.

    NutzerInnen können Google zum Löschen zwingen

    Aus Rendez-vous vom 13.5.2014

    Google kann verpflichtet werden, Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus Ergebnislisten zu streichen, sagt der Europäische Gerichtshof.

    Ein Spanier hatte sich dagegen gewehrt, dass Google auf Eingabe seines Namens noch heute einen Artikel über die Zwangsversteigerung seines Hauses vor 15 Jahren anzeigt.

    Urs Bruderer und Peter Buchmann