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Legende: Die Trump-Anhängerin Kari Lake gewinnt die republikanische Ausmarchung als Kandidatin für das Gouverneursamt in Arizona. Keystone / ROSS D. FRANKLIN
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Gradmesser für Ex-Präsidenten Donald Trump jubiliert bei den Vorwahlen in Arizona

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Aus dem Archiv: Trumps Kandidaten gewinnen Vorwahlen in Arizona
aus Rendez-vous vom 03.08.2022.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 36 Sekunden.

Im Herbst werden in den USA bei den Midterms sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus, ein Drittel der Senatssitze und strategische Posten in verschiedenen Staaten neu besetzt. Donald Trump mischt mit und versucht, möglichst viele ihm treu ergebene Kandidierende ins Rennen zu schicken.

Landesweit wurde besonders gespannt nach Arizona geschaut. 2020 noch hatte Trump den Swing State bei der Präsidentenwahl verloren. Nun ging seine Strategie bei den parteiinternen Vorwahlen auf und seine Schützlinge setzten sich durch.

Siegerin Kari Lake steht hinter Trump

Besonders eng war das Rennen um das Gouverneursamt. Entsprechend lange liessen die Resultate auf sich warten. Nun ist klar, dass Kari Lake die republikanische Kandidatin sein wird. Die ehemalige Moderatorin des konservativen Fernsehsenders Fox nennt Trump «Superman» und lässt keine Gelegenheit aus, von Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl zu sprechen.

Lakes Sieg ist für Trump auch ein Sieg gegen seinen ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence, der hinter der knapp geschlagenen Herausforderin Karren Taylor Robson steht. Die beiden republikanischen Frauen unterschieden sich in ihren Wahlversprechen kaum. Beide wollen die Grenze vor Immigranten sichern, die Kriminalität senken und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen.

Unterschiedliche Auslegung des Wahlausgangs 2020

In einem entscheidenden Punkt ticken die beiden Lager aber unterschiedlich. Das Trump-Lager, zu dem Lake zählt, spricht nach wie vor von einer gestohlenen Präsidentenwahl 2020. Robson vom Pence-Lager respektiert das demokratische Wahlresultat. Brisant ist dies darum, weil auch um den strategischen Posten des «Secretary of State», der die Aufsicht über die Wahlen hat, und um den Senatssitz Trump-Anhänger ins Rennen gehen.

Parlamentskommission gibt Trump Mitschuld an Kapitol-Erstürmung

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Während am 6. Januar 2021 militante Trump-Fans das Kapitol in Washington stürmten, schaute Trump nicht nur stundenlang tatenlos zu, sondern goss noch Öl ins Feuer – mit einem Tweet, Mike Pence habe ihn hängen lassen. Dies brachten neue Untersuchungen der parlamentarischen Kommission ans Licht. Es sind dies Erkenntnisse, die bei der treuen Trump-Basis aber offenbar auf taube Ohren stossen.

Alle, die nicht an die grosse Wahllüge glauben, bezeichnet Trump als «Rino», «Republican in name only», also Republikanerinnen und Republikaner, die nur auf dem Papier solche seien. Zu ihnen zählt er auch Mike Pence.

Partei in zwei Lager gespalten

Die Vorwahlen zeigen, wie gespalten die republikanische Partei ist. Die Wählerinnen und Wähler müssen sich entscheiden, auf wessen Linie sie die Zukunft der Partei sehen: Auf der Linie Trumps oder auf jener von Pence. Beide werden als mögliche Präsidentschaftskandidaten für 2024 gehandelt.

Erstes Ziel der Republikaner ist, bei den Zwischenwahlen im Herbst die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat zu holen. Ob es die richtige Strategie ist, auf Kandidierende aus dem Trump-Lager zu setzen, bleibt fraglich. Es gibt gar demokratische Stimmen, die erhöhte Chancen sehen, sich gegen Trumps Wunsch-Kandidierende durchzusetzen, als gegen Republikanerinnen und Republikaner, die trotz konservativem Kurs die Resultate einer demokratischen Wahl respektieren.

Trump baut Einfluss über Schützlinge aus

Donald Trump kümmern diese Bedenken nicht. Er setzt seine Strategie, mit seinen Schützlingen den eigenen politischen Einfluss zu festigen, fort. Ob er 2024 erneut fürs Präsidentenamt kandidiert, lässt Trump nach wie vor offen. Er hat zuletzt aber mehrfach durchblicken lassen, dass er damit liebäugelt.

Die Vorwahlen in Arizona dürften ihn darin bestärken, dass seine Zeit noch nicht abgelaufen ist und er innerhalb der Partei nach wie vor eine grosse Figur mit viel Rückhalt ist.

Barbara Colpi

Barbara Colpi

USA-Korrespondentin, SRF

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Barbara Colpi berichtet seit Juli 2022 als Korrespondentin für Radio SRF und News Digital aus den Vereinigten Staaten. Sie ist seit 2005 bei Radio SRF und begann als Redaktorin in der Sportredaktion, wo sie 2008 die stellvertretende Leitung im trimedialen Newsroom übernahm. Im Frühling 2016 wechselte die studierte Sozialanthropologin auf den Korrespondenten-Posten nach Lausanne.

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108 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, Sie haben heute sehr spannende Gedanken mit uns geteilt, das freut uns und dafür danken wir Ihnen auch herzlich. Nun schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    "Die ehemalige Moderatorin des konservativen Fernsehsenders Fox nennt Trump «Superman» und lässt keine Gelegenheit aus, von Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl zu sprechen." -Wie kann man sich innerlich so pervertieren lassen, um so einem "sektierischen" Glauben, den Trump und andere streuen, hörig zu werden. Wir haben ein eigenes Gehirn, ein eigenes Herz erhalten, um selber zu denken und zu handeln! - Ich hoffe die Spaltung der Reps. bewirke eine Schwächung dieser menschenfeindl. Bewegung.
    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Nun, dieses Phänomen kennen wir ja auch aus der Schweiz. Wie viele Leute haben doch damals 2007 die Wahl von Frau Widmer-Schlumpf in den Bundesrat als "undemokratisch" bezeichnet? Wenn man eine Person so stark idealisiert, läuft man eben auch Gefahr, alles nachzuplappern, was diese Person sagt, selbst wenn es jeglicher Grundlage entbehrt. Zu Ihrem letzten Satz: Es sind ja nicht alle Republikaner menschenfeindlich, aber ja, eine Abspaltung dieser radikalen Fraktion würde ich durchaus begrüssen.
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Bei der Wahl 2020 hatte Trump sehr gut in hispanischen Gebieten abgeschnitten. Eine grosse Gruppe von Latino-Kandidaten wird die Republikanische Partei bei der Wahl im November dieses Jahres vertreten. Mit der Wahl von Mayra Flores im Süden von Texas und Juan Ciscomani in Südarizona, scheint die Strategie Trumps bisher aufzugehen. «Politico» rechnet damit, dass die Republikaner des Repräsentantenhauses ihre Zahl der Latino-Mitglieder im Jahr 2023 um 50 Prozent – ​​oder mehr – erhöhen könnten.
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Stahn: Schönes Guetnachtgschichtli mit Ihrer Lobeshymne - letztlich Richtung Trump. Das ist schon "erstaunlich", sagen wir besser äusserst bedenklich!
    2. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Da irren Sie sich: Biden hat 2020 bei den Lateinamerikanern fast zwei Drittel der Stimmen geholt. Es gab schon engere Ergebnisse, z. B. 2004, als Kerry gegen Bush nur etwa 55 % der lateinamerikanischen Stimmen erzielte. Auch auf der Karte sieht man, dass in den Gebieten mit besonders hohem lateinamerikanischen Anteil an der Bevölkerung (Südwesttexas, Kalifornien, Südarizona, New Mexico) eher Biden gewonnen hat. Die einzige Ausnahme dazu ist wohl Südflorida mit seiner kubanischen Bevölkerung.