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International Griechenland bittet um Geld und droht

Die Regierung in Athen will mit der EU über weitere Geld-Hilfen verhandeln. Gleichzeitig droht der Verteidigungsminister damit, Flüchtlinge nach Deutschland zu schicken. Wenn darunter Terroristen seien, so sei Europa dafür selbst verantwortlich.

Gerettete Bootsflüchtlinge werden in einer Turnhalle in einem Ort auf Kreta untergebracht
Legende: Unter den Flüchtlingen könnten Terroristen sein, so der Verteidigungsminister. Im Bild: Gerettete Flüchtlinge auf Kreta. Reuters

Entweder versucht sich die griechische Regierung darin, die EU mit Zuckerbrot und Peitsche für ihre Anliegen einzunehmen. Oder aber die Minister in Athen tun und sagen, wonach ihnen im Moment gerade ist.

Wie dem auch sei. Jedenfalls drängt auf der einen Seite Finanzminister Yanis Varoufakis die EU dazu, Verhandlungen über weitere Hilfen aufzunehmen. Dazu hat er den Gläubigern eine Reihe von Reformen vorgeschlagen. Brüssel hat darauf zurückhaltend reagiert. Der EU-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, nannte Varoufakis' Vorschläge hilfreich. Zugleich forderte er aber eine Überprüfung der Massnahmen durch internationale Kontrolleure.

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos
Legende: Der Verteidigungsminister Kammenos warnt Europa vor einer möglichen Flüchtlingswelle, sollte Griechenland scheitern. Reuters

«Migranten gehen nach Berlin»

Zur gleichen Zeit, wie Varoufakis bei Brüssel anklopft, macht auch der Verteidigungsminister von sich reden, dessen rechtspopulistische Partei Juniorpartner der linken Syriza ist. Doch anklopfen ist die Sache von Panos Kammenos nicht. Viel lieber fällt er mit der Tür ins Haus und schwingt dabei die Drohkeule. So warnt der Juniorpartner der linken Regierung die EU und insbesondere Deutschland davor, dass Griechenland zehntausende Flüchtlinge nach Europa weiterreisen lassen könnte.

Europa selbst verantwortlich

«Wenn Sie Griechenland einen Schlag versetzen, dann sollen Sie wissen, dass (...) die Migranten Papiere bekommen und nach Berlin gehen», sagte Kammenos. Wenn unter den Flüchtlingen auch Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat sein sollten, sei Europa durch seine Haltung gegenüber Griechenland selbst dafür verantwortlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass griechische Regierungsmitglieder mit einer Flüchtlingswelle drohen. Vor gut einer Woche hatte Vize-Innenminister Yannis Panousis mit einer ähnlichen Äusserung für Aufsehen gesorgt. Und erst am Freitag hatte der griechische Aussenminister Nikos Kotzias gewarnt, Griechenland könne zum Einfallstor für «Millionen Immigranten und Tausende Dschihadisten» werden, sollte das Land wirtschaftlich zusammenbrechen.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Es reicht! Keinen roten Cent mehr an diese linke Syriza-Politgangster-Regierung in Siechenland! Ist eh alles nur weggeworfenes Geld! Diese Miliarden sollte man 100% in die Frontex investieren und endlich die Aussengrenzen Europas riguros schützen.
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Der Artikel handelt von der Ultrarechten. Nicht bemerkt?
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Griechenland druckt seine eigenen Euro um einem Staatsbankrott zuvorzukommen, die EU ignoriert diese Situation und dabei zerfällt der Euro zusehends. Die Frage ist nun, wird Griechenland zum Totengräber des Euro, ? Und warum tolleriert das die EZB und die EU. Offensichtlich ist der € nur Papier ohne Wert und das wir Folgen haben.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Sollte Griechenland das riskieren, wäre das natürlich für Griechenland der Super-Gau. So gedruckte Griechen€ wären natürlich Blüten, Falschgeld, das außerhalb Griechenlands nicht anerkannt würde, also nur im Inland mit geringem Wert zirkulieren könnte. Da könnte man ja in Griechenland gleich die Drachme wieder einführen. Und digitales, Giralgeld im Überweisungsverkehr aus Griechenland würde von den Banken des Auslandes blockiert, hätte also überhaupt keinen Wert.
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    2. Antwort von Heinrich Gafner, Beatenberg
      Herr Keller, sie sollten sich dringend intensiver mit dem Geldsystem befassen. Seit dem Ende des Goldstandarts ist jede Währung Papier ohne Wert das aber als Zahlungsmittel akzeptiert ist. Ob es nun die Griechen drucken oder die EZB ein paar nullen in einen Rechner tippt ist einerlei. Das System ist aber hervorragend geeignet, Menschen zu versklaven und in einer Welt voller Überfluss arm zu halten.
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    3. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      Zum Finanzsystem und dem Irrsinn mit den Edelmetallen habe ich mich zuletzt unter dem LInk http://www.rottmeyer.de/gold-als-ultimatives-zahlungsmittel-und-versicherung/ in zwei (umfangreicheren) Kommentaren zum Wirtschafts- und Finanzsystem direkt geäussert. Hierbei ist vor allem der zweite Kommentar (=längste) besonders interessant (Schnellüberblick). Ich habe dort die Kommentare unter meinem Vornamen Sandra verfasst. Für die Freischaltung meines Kommentars trotz Link im Voraus besten Dank.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Die EZB druckt 1 Billion Euros (ungedeckt) um überall Staatsanleihen (ungedeckt) aufzukaufen. Warum? Damit der Euro weiter sinkt, dadurch die Preise wieder ansteigen. Ist gut für die Banken, teilweise aber nur vorübergehend für die Wirtschaft, aber nicht für die Kaufkraft der Menschen. Eine riesige Wirtschafts-Blase wird so aufgebaut, platzt sie, ist nicht nur Griechenland pleite, sondern die ganze EU.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Griechenland könnte es etwas demokratischer sagen : EU, bitte sagt uns, mit welchen Mitteln wir die Migranten bei uns menschenwürdig betreuen können, wenn wir für das eigene Volk schon zu wenig Mittel zur Zeit besitzen . Wir befürchten sonst, das auch Missstände für die EU die Folge sein könnten .
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Die EU-Partnerstaaten haben über die Jahre hinweg bereits dreistellige Milliardenbeträge nach Griechenland geschickt, was haben sie eigentlich damit angefangen, Subventionsbetrug, Korruption? Nach Meinung von Politikern könnte für Griechenland, sollten diese Drohungen wahrgemacht werden, der Schengen-Vertrag suspendiert werden mit verheerenden Auswirkungen für die griechische Tourismusbranche. Und dann gäbe es noch die Möglichkeit sämtliche Hilfszahlungen an Griechenland einzustellen.
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    2. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      @M. Chauvet: Wenn Sie allen Ernstes glauben, dass von diesen ganzen Milliarden die Griechen profitiert hätten, dann irren Sie sich gewaltig, weil mit diesen ganzen Milliarden nur deutsche und französische Banken gerettet wurden.Bei den ganzen Bankenrettungsprogramme handelt es sich im Allgemeinen nur um Investoren-, Anleger- und Sparerschutzprogramme, weil auf diese Weise versucht wird die Geldsystemkrise zu lösen. Unmöglich und die Hochfinanz weiss dies ganz genau (vgl. sonstige Berichte).
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    3. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      M.C. , das mag alles so sein - ich frage nur wo sind die hunderte Milliarden Steuerfluchtgelder die Griechische Oligarchen in der EU versteckt halten ? Wir haben doch nun den Automatischen Infoaustausch ! Und die Gelder die vom 1000 Jährigen Reich im letzten Weltkrieg den Griechen gestohlen wurden? Die EU soll endlich Griechenland ohne grosses Gejammer auf die Beine helfen, mit ewigen gegenseitigen Drohungen geht gar nichts vorwärts . Ich werde dennoch bei den Griechen Ferien buchen .
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    4. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Hermann: Immer wieder der gleiche Nonsens. Banken halten Geldströme und damit Wirtschaft und Staat am Laufen. Und wenn man wie Griechenland oder auch als Privatmann Schulden macht, dann holt man sich das Geld wohl von der Bank oder wo holen Sie Ihr Geld? Und wenn man wie Griechenland gigantische Schulden gemacht hat, dann sollte man diese wieder zurückzahlen und an welche Stelle? Natürlich da wo man das Geld her hat, sonst machen Banken reihenweise pleite,Folgen z.B. Finanzkrise 2008.
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    5. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Hermann: Der griechische Staat macht bei den Banken Schulden unter anderem um seine Staatsausgaben wie soziale Wohltaten oder die übergroße Beamtenschar zu finanzieren, Geld wird also sehr wohl unter der Bevölkerung verteilt. Nur reicht die Wirtschaftskraft allein dazu nicht aus und zu allem Überfluss werden weder Steuern richtig eingezogen, noch ist die Verwaltung, z.B. das Katasterwesen, trotz gigantisch aufgeblähtem Verwaltungsapparat in Ordnung. Zum 1000.x:Da müsste man die Äxte schärfen
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    6. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Herr Chauvet, aber die Ukraine, ein nicht EU-Land, bekannt für seine Korruptionen überall in Politik & Wirtschaft wird grosszügig mit Milliarden unterstützt. Auch mit Ihren Steuergeldern! Soviel zur EU-Gemeinschaft & nur zusammen sind wir stark. Beim Geld hört in der EU die Solidarität. Durch die diktierten Spar-Reformen der EU leben viele Griechen ihre Jobs verloren & leben jetzt unter dem Existenz-Minimum. Erhalten keine Sozialunterstützung.
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    7. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Waeden: Billiges Geld für Investitionen ist in der EU mehr als genug da! Aber wer will in Griechenland schon investieren? Es gäbe genug reiche Griechen die in ihrem Vaterland investieren könnten, damit die Performance der Wirtschaft vorangebracht werden könnte. Aber die investieren ihr Geld z.B. in London.Auch fehlt der Wille zu durchgreifenden Reformen und der Mut die Korruption zu bekämpfen. Und die Solidarität der EU ist in Bezug auf Griechenland überstrapaziert, ein Fass ohne Boden.
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    8. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      @M.Chauvet:Mit Ihren beiden Kommentaren zeigen Sie sehr eindrucksvoll, dass Sie das Finanzsystem (hier: Geldsystem) nicht wirklich verstanden haben und stattdessen allen Ernstes glauben, dass in einem Kreditgeldsystem (Stichwort: Aktiv-Passiv-Mehrung), bei dem die Zins- und Zinseszinslast nicht mitgeschöpft werden, die Schulden getilgt werden können (vgl. unrealistischer Optimismus in absoluten Nullsummensystemen).Durch die systembedingt gegebenen Mechanismen können dies nur die allerwenigsten.
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    9. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      @M. Chauvet: Einen Aspekt wollte ich Ihnen noch mitteilen. Ich habe das Geldsystem ausbildungsbedingt bereits im Jahr 2001 verstanden (für Politik interessiere ich mich seit meinem 10. und für Wirtschaft seit meinem 11. Lebensjahr) und mache dementsprechend auch keine Schulden. Daher brauche ich auch nicht zur Bank wegen einem Kredit rennen und mich vollkommen unnötig selbst zu versklaven. Ich ziehe einen einfachen Lebensstandard vor ohne das Gefühl eines materiellen Mangels zu verspüren.
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