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International Griechischer Plantagenbesitzer lässt auf Erdbeerpflücker feuern

Die Saisonarbeiter der Erdbeerplantagen im griechischen Manolada wollten ihre seit sechs Monaten ausstehenden Löhne einfordern. Der Plantagenbesitzer antwortete ihnen mit Gewehrfeuer. Vorläufige Bilanz: Mehr als 20 Verletzte.

Blick in eine Krankenstation. Mehrere verletzte Männer liegen auf dem Schragen.
Legende: Die Nerven vieler Griechen liegen blank. Der Angriff auf die Saisonarbeiter aus Bangladesch ist nicht der erste seiner Art. Keystone

Die Erdbeerpflücker hatten am Mittwoch die Auszahlung von sechs ausstehenden Monatslöhnen von ihren Arbeitgebern gefordert. Drei Männer, die als Aufseher angestellt waren, hatten darauf mit Gewehren auf die Arbeiter geschossen, um sie auseinanderzutreiben, wie die Polizei mitteilte.

Plantagebesitzer in Haft

Die nach unterschiedlichen Quellen 27 oder 28 Verletzten stammen mehrheitlich aus Bangladesch. Sie gehören zu etwa 200 in der Ortschaft Manolada angeheuerten Erdbeerpflückern.

Die Polizei nahm am Mittwoch umgehend den 57jährigen Plantagenbesitzer und am Tag darauf einen zwischen 30 und 40 Jahre alten Mann aus Manolada fest, der zwei mutmasslichen Tätern zur Flucht verholfen haben soll. Nach den drei mutmasslichen Tätern wird gefahndet.

Nicht der erste Fall

Manolada ist ein wichtiges Erdbeeranbaugebiet. Im Frühjahr 2008 hatte es dort Streiks und Demonstrationen für höhere Löhne und gegen die Arbeitsbedingungen gegeben. 

Im Jahr 2009 wurden zwei griechische Landwirte festgenommen, weil sie zwei Migranten aus Bangladesch, denen sie den Diebstahl von Schafen vorwarfen, an ihrem Motorrad festgebunden und hinter sich hergezogen hatten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Hansi Dragoner, Drachenstein
    Die gnädigen Damen und Herren aus GR geruhen dortselbst unter 12 € die Stunde nicht zu arbeiten.Natürlich wollen sie auch keine Steuern eintreiben oder die Schwarzgeldliste aus der CH abarbeiten. Na, in ein paar Monaten können sie ja wieder auf der Matte in Brüssel stehen und die Milliarden abholen, natürlich nicht ohne Deutsche vorher als Nazis mit A.H.-Bärtchen zu verunglimpfen . Es soll ein bösartiges Gerücht sein, dass bei den Griechen die Arbeitslust etwas unterentwickelt sei.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Dragoner, lassen Sie Ihr Statement auf griechisch übersetzen und verbreiten Sie dieses Statement wortgetreu übersetzt in den griechischen Medien. - Hernach gehen Sie ruhig mal nach Griechenland und verteilen Sie genau dieses Statement sinngemäss und versehen es mit Ihrer eigenen Unterschrift. - Viel Vergnügen, wünscht Ihnen ....! Da kommt bestimmt Freude auf. (smile)
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  • Kommentar von h. anni, zürich
    Bei der ja angeblich so grossen Not und Arbeitslosigkeit in Griechenland muss man sich schon fragen, wieso da Leute aus Bangladesch angestellt wurden. Ich finde einfach, solange in Europa eine solch hohe Arbeitslosigkeit herrscht, dürften keine Menschen aus anderen Staaten der Welt - auch nicht saisonweise - "eingeflogen" werden. Was natürlich die schändliche Tat des Besitzers in keiner Art und Weise entschuldigen soll. Was man mit dem machen sollte, schreibe ich hier lieber nicht hin.
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    1. Antwort von Beat Berger, Beatenberg
      Leider regiert das Geld die Welt. Leute aus noch ärmeren Ländern werden von den etwas reicheren ausgebeutet. Immer. Es ist das billigste. Dann kaufen die Reichen Erdbeeren im Harddiscounter, die billigsten. Im Grunde sollte keiner dem anderen etwas vorwerfen. Nur besser MACHEN.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Sie sagen "schändliche Tat des Besitzers". Frau H.Anni aus Zürich, er muss sich dem EU-Markt beugen, oder er bleibt auf seinen Erdbeeren sitzen und kann diese hernach nur noch verschenken. - So einfach ist es in der libalisierten, globalisierten Weltwirtschaft. - (EU)-Geiz ist eben nach wie vor (EU)-Geil ! - Da gehen viele lieber zu X oder Y, als dort hin wo's vielleicht lokal betrachtet, sinnvoller, wirtschaftlich vertretbarer wäre. Wirtschaft hat & kennt kein Gewissen heute!
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