Gross-Demo gegen Netanjahu

Kurz vor den Wahlen gehen zehntausende Israeli gegen Premierminister Benjamin Netanjahu auf die Strasse. Sie fordern einen Richtungswechsel in der Politik.

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Grossdemonstration in Israel (unkomm.)

0:22 min, vom 8.3.2015

Zehn Tage vor der Parlamentswahl in Israel machen die Gegner von Premierminister Benjamin Netanjahu mobil: Zu Zehntausenden haben sie in Tel Aviv gegen dessen Politik demonstriert. Unter dem Motto «Israel will Wandel» kamen die Menschen auf den zentralen Rabin-Platz. Die Polizei sprach von bis zu 25'000 Teilnehmern, nach Angaben der Organisatoren waren es doppelt so viele.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Bewegung Millionen Hände. Sie setzt sich für ein Friedensabkommen mit den Palästinensern ein und für die Schaffung eines Palästinenserstaates.


«Israel wollte nie den Frieden haben»

6:49 min, aus Echo der Zeit vom 27.02.2015

Applaus für Ex-Geheimdienst-Chef

Prominentester Sprecher der Kundgebung war der ehemalige Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Meir Dagan. «Israel hat Feinde, aber ich fürchte sie nicht. Was mir Angst macht, ist die derzeitige Führung des Landes», sagte Dagan unter dem Jubel der Demonstranten.

Israel sei festgefahren, es fehle an Visionen, so Dagan weiter. Das Land stecke «in der schlimmsten Führungskrise seit der Unabhängigkeit, an die ich mich erinnern kann». Die Menge applaudierte lautstark und rief unter Verwendung von Netanjahus Spitznamen «Bibi geh nach Hause!» und «Herzog, Herzog» – in Anspielung auf den Führer der Mitte-Links-Opposition Izchak Herzog.

Netanjahus Chancen sind intakt

Am kommenden Samstagabend – nur drei Tage vor den Wahlen – ist eine rechtsorientierte Gegendemonstration geplant. In Israel wird am 17. März eine neue Knesset gewählt. Neuen Umfragen zufolge liegt das Mitte-Links-Bündnis Zionistisches Lager etwa gleichauf mit Netanjahus Likud-Partei. Allerdings gelten Netanjahus Chancen für eine Koalitionsbildung als sehr viel besser.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Netanjahu in Washington

    Aus 10vor10 vom 3.3.2015

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte heute in Washington Politik - allerdings ohne Einladung von Präsident Obama. Eingeladen hatte ihn die republikanische Partei. Netanjahu wetterte vor den Kongressabgeordneten gegen die Atomverhandlungen mit Iran.

  • Knatsch zwischen Netanjahu und Obama

    Aus Tagesschau vom 3.3.2015

    Die Parlamentarier im republikanisch dominierten US-Kongress jubelten ihm zu. Dem demokratischen Präsident Obama stösst der Besuch des israelischen Premierministers Netanjahu aber sauer auf. Vor allem die Iran-Frage zerrüttet das Verhältnis.