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Panama-Papers Gründer der Kanzlei Mossack Fonseca festgenommen

Die beiden Anwälte sollen an einem brasilianischen Korruptionsnetzwerk mitgewirkt haben.

Legende: Audio Schmiergeldaffäre: Zwölf lateinamerikanische Länder involviert abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
2:22 min, aus Echo der Zeit vom 10.02.2017.

Panamas Generalstaatsanwältin Kenia Porcell hat die Festnahme von Jürgen Mossack und Ramón Fonseca Mora mitgeteilt. Diese erfolgte aber nicht wegen der Gründung Zehntausender Briefkastenfirmen, um Steuerschlupflöcher auszunutzen. Der Firma werde vorgeworfen, an einem brasilianischen Korruptionsnetzwerk mitgewirkt zu haben.

Im Zuge des «Lava-Jato»-Skandals um Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe von Bauprojekten gibt es derzeit in mehreren Ländern Lateinamerikas Ermittlungen. Im Fokus steht der brasilianische Baukonzern Odebrecht.

Schmiergeld gezahlt

Der Rechtsanwalt Ramón Fonseca Mora hatte gesagt, Panamas Präsident Juan Carlos Varela Varela habe Wahlkampfspenden von Odebrecht erhalten. In Kolumbien wird dies auch dem Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos vorgeworfen.

Nach Ermittlungen der US-Justiz soll der Odebrecht-Konzern, der von deutschen Einwanderern gegründet worden war, in zwölf Ländern bis zu 785 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um Bauaufträge zu erhalten. Er hat rund 128'000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern aktiv. Gegen Perus Ex-Präsidenten Alejandro Toledo, der sich in Paris aufhalten soll, wurde am Donnerstag Haftbefehl beantragt.

Geldwäsche-Skandal

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk von Journalisten über rund 200'000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu weltweiten Ermittlungen und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die USA haben seit langem ihre Finger in Panama-Politik drinnen. Zeitweise haben sie sogar ihre Stiefel durch überraschende Militärparaden eingesetzt. Der Panama-Kanal ist zu wichtig, als dass man ihn aus US-Kontrolle entlässt.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Das Vielfache an Briefkastenfirmen u. Steueroasen dürfen nach wie vor in Delaware(USA), Kanalinseln(GB), Luxemburg, Bahamas, usw. mit gigantischen Summen völlig anonym, unkontrolliert, intransparent unter vollem Schutz deren Heimatstaaten ihr Unwesen treiben. Somit sind die Panama Papers Bosse Gartenzwerge u. dienen der Öffentlichkeit nur als Alibiübung. Wann werden uns endlich einmal die Augen geöffnet was da wirklich läuft. Korruption wäre da nur das kleinere Delikt.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Panama Steuerparadies-Affäre zieht weitere Kreise. Brasilien ist natürlich ein Riesensumpf. Eliten, Lobbyisten und Politiker schieben sich Aufträge und Schmiergelder in gigantischen Höhen zu. Ausserdem wird die USA darauf drängen, mit Panama einen Konkurrenten um eigene Steuerparadiese loszuwerden. Es wird ihnen auch sehr leicht gemacht. Oder ist dies eine von langer Hand vorbereitete US-Operation im herrschenden Wirtschaftskrieg. Kontinentaleuropa ist bereits geschwächt.
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