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International Guantánamo-Häftling nach Grossbritannien heimgekehrt

Er sass 13 Jahre im Gefangenenlager Guantánamo: Nun ist Shaker Aamer frei und durfte zu seiner Familie nach Grossbritannien heimkehren. Premierminister David Cameron hatte sich persönlich für den vierfachen Vater eingesetzt.

Legende: Video Letzter Brite aus Guantánamo entlassen abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.10.2015.

Der aus Saudi-Arabien stammende Shaker Aamer ist in Grossbritannien gelandet – nach 13 Jahren im US-Gefangenenlager Guantánamo. Premierminister David Cameron hatte sich persönlich bei US-Präsident Barack Obama für die Freilassung des vierfachen Vaters eingesetzt.

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbin sowie Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International begrüssten die Freilassung. «Wir müssen uns daran erinnern, was für eine furchtbare Parodie der Justiz dieser Fall darstellte», erklärte Kate Allen, Amnesty-Direktorin für Grossbritannien. «Nachdem Aamer fast 14 Jahre unter inakzeptablen Zuständen festgehalten worden ist, wird er Zeit brauchen, sich wieder an die Freiheit zu gewöhnen.»

USA liessen Vorwürfe gegen Aamer bereits 2007 fallen

Die USA hatten Aamer im Jahr 2001 in Afghanistan verhaftet. Sie warfen ihm vor, für das Terrornetzwerk Al-Kaida Kämpfer rekrutiert und Geld gesammelt zu haben und ein Vertrauter des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden gewesen zu sein. Jedoch klagten die USA ihn nie an und liessen die Vorwürfe bereits 2007 fallen. Laut Angaben von Aamers Anwalt, wurde er in Guantánamo gefoltert, unter anderem durch Schläge und Schlafentzug.

Aamer war 2001 mit seiner Familie nach Afghanistan gereist, um dort nach eigenen Angaben für eine Hilfsorganisation zu arbeiten. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 schickte er seine Familie nach Pakistan und war nach eigener Aussage kurz davor, ihr zu folgen, als er festgenommen wurde. Aamers Frau und seine Kinder sind britische Staatsbürger.

Noch immer werden im Gefangenenlager Guantánamo mehr als 100 Menschen festgehalten. Insgesamt waren dort rund 800 Gefangene interniert.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die USA handeln seit JZ'en zunehmend paranoid. Die bekannten Häftlinge in Guantánamo lenken aber nur von den Geheimgefängnissen ab, die es weltweit gibt. Wenn man etwas geheim halten will, gibt man der Öffentlichkeit Köder, mit denen sie sich beschäftigen können. Für die in der Mehrzahl unschuldigen Häftlinge auf Kuba dürfte ihr Leben wie mehr so sein wie früher. Oft wird aus dem ursprünglichen Unrecht noch mehr Unrecht bei der Heimkehr durch juristische Ohnmacht.
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