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International Hollande gibt sich kämpferisch

Das Vertrauen der Franzosen in Präsident Hollande ist so klein wie nie zuvor. Jetzt hat er ihnen versprochen: Falls er mit dem Abbau der Arbeitslosigkeit scheitere, werde er 2017 nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidieren.

Legende: Video ««Ich habe Fehler gemacht»» abspielen. Laufzeit 1:12 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.11.2014.

Frankreichs Präsident François Hollande kann nach der Hälfte seiner Amtszeit nur wenig Ergebnisse vorweisen. In einer grossen TV-Debatte gab er sich zwar kämpferisch, die Fragen von drei Journalisten und vier Bürgern drängten ihn über weite Strecken aber in die Defensive.

Gleich zu Beginn stellten sie jene Frage, die dem Präsidenten täglich um die Ohren geschlagen wird: Ob er auch für eine zweite Amtszeit kandidieren werde, wenn die Arbeitslosigkeit nicht wie versprochen sinke? «Glauben Sie, dass ich mich dann noch zur Wahl stellen kann? Wohl kaum!», entgegnete Hollande indigniert. Er glaubt aber noch an seine Chance, weil er das Land reformiere und bis Ende seiner Amtszeit auf dem eingeschlagenen Kurs zu bleiben gedenke.

Erfolglos auch in der Partei

Der Reformkurs trägt bisher allerdings nur in der eigenen Partei Früchte, faule Früchte: Das linke Lager ist so zerstritten wie kaum je zuvor, die Wirtschaft kriselt weiter. Auch das scheint den Präsidenten nicht zu beunruhigen: «Ich sage oft, der Präsident arbeitet eigentlich für seine Nachfolger. Leider stimmt das oft.» Würde heute gewählt wäre Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National die Nachfolgerin. Egal, wer sich vom linken Lager zur Wahl stellte, niemand würde es in den zweiten Wahlgang schaffen.

Die zweieinhalb Stunden TV-Debatte gaben keinen Hinweis darauf, wie Präsident Hollande eine Wende in Frankreich herbeiführen könnte.

3 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    In Frankreich kommt zuerst der Staat, dann kommt lange nichts, dann kommt die Industrie, dann kommt wieder lange nichts, dann kommt am Schluss das Gewerbe. Der Staat nimmt alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aus wie eine Gans. Ein französischer Handwerker mit kleinem Betrieb hat mir das mal vorgelegt. Vive la france, vive le President.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Wie ein Durchschnittsfranzose überlebt ist mir sowieso schleierhaft. Und das Politsytem noch suspekter. Ich denke ein Schweizer würde ein paar Jahr brauchen um dort überhaupt zu überleben. Man könnte sagen ein Glücksfall für die Franzosen dass sie in der Schweiz auch französisch sprechen. Und die finden immer noch ne Menge Zeit für das Nachtleben. Wahrscheinlich um was dazu zu ver-dienen.
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    1. Antwort von E.Wagner, Zug
      @R.Künzi: Falsch das Nachtleben dient zum verdrängen der Sorgen am Tag. Am Morgen danach ist eh das Erwachen nüchtern und brutal
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