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Opposition in der Türkei Hunderttausende feiern Protestmarsch zum Abschluss

Der «Marsch der Gerechtigkeit» ist in Istanbul mit einer Grosskundgebung der Opposition zu Ende gegangen.

Legende: Video Hunderttausende demonstrieren für Gerechtigkeit abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.07.2017.
  • Der «Marsch für Gerechtigkeit» des türkischen Oppositionsführers Kemal Kilicdaroglu hat nach drei Wochen Istanbul erreicht.
  • Zum Abschluss des Marsches hat eine Grosskundgebung mit mehr als hunderttausend Menschen stattgefunden.
  • Der Marsch wurde Mitte Juni vom CHP-Vorsitzenden Kilicdargolu initiiert. Er führte über 400 Kilometer von Ankara nach Istanbul.

Mehr als 420 Kilometer war der 68-jährige Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei CHP zu Fuss von Ankara nach Istanbul marschiert. Zuletzt folgten ihm täglich zehntausende Menschen auf seinem Marsch.

Kemal Kilicdargolu ein Schild mit dem türkischen Wort für Gerechtigkeit, «adalet».
Legende: Kemal Kilicdargolu geht vorne weg. Er hält ein Schild mit dem türkischen Wort für Gerechtigkeit, «adalet». Reuters

Zum Abschluss des Marschs hat Kilicdaroglu vor mehr als hunderttausend Demonstranten eine Aufhebung des Ausnahmezustands in seinem Land gefordert. «Wir wollen, dass alle antidemokratischen Praktiken enden», sagte Kilicdaroglu, Chef der grössten Oppositionspartei CHP. Dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan warf er vor, die Justiz zu beeinflussen. Die Gerichte würden ihre Entscheidungen «auf Anweisung des Palastes treffen», sagte er vor jubelnden Anhängern in Anspielung auf Erdogans Präsidentenpalast. «Wir sind marschiert, für die Gerechtigkeit, die es hier nicht gibt», rief er bei der Kundgebung im Istanbuler Stadtteil Maltepe.

Die Demonstranten skandierten «Recht, Justiz, Gerechtigkeit» und schwenkten türkische Fahnen. Die Veranstaltung fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. CNN Türk berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Istanbul, 15'000 Polizisten seien im Einsatz gewesen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Aytac Dogan (1923)
    Eine riesen Bewegung ohne Bomben, Drohungen, Tote, Verletzte, Schlägereien (obwohl Erdogan Anhänger immer wieder am Strassenrad und auf Brücken gestichelt und geflucht haben, also so, wie es sein muss und das über Wochen hinweg. Vielleicht und hoffentlich ist das der Beginn einer demokratischen Bewegung die weiter wächst und viele Pro-Erdogan'ler noch umstimmt und klar macht, dass nur dies der richtige Weg ist und alles andere nur Leid und Verderben bringt!
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Wenn man den Sultan beim Wort nimmt , ist die Türkei innerhalb Europas das Land mit den meisten Terroristen (jeder Oppositionelle). :)
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  • Kommentar von Ueli Knecht (Surf auf ch)
    Die vermeintlichen Nestbeschmutzer werden in der Türkei sehr schnell und hart bestraft. Nicht die Gerichte entscheiden, sondern Herr Erdogan zeigt wer angeblicher Beschmutzer ist und wo es lang geht. Er macht die Vorverurteilung. Die Gerichte berücksichtigen diese sogenannte staatliche Meinung.
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