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Flugzeugabsturz in Kolumbien «Ich kann mir nur einen Planungsfehler der Piloten vorstellen»

Aviatik-Experte Olav Brunner erklärt, warum zu wenig Treibstoff wahrscheinlich zum Flugzeugabsturz geführt hat.

Flugzeug-Trümmerteile und Rettungsarbeiter
Legende: Das Flugzeug ist am Dienstag in Kolumbien abgestürzt. 71 Menschen kamen ums Leben, 6 haben überlebt. Reuters

SRF News: Erste Auswertungen zeigen, dass offenbar zu wenig Treibstoff die Absturzursache war. Was spricht dafür?

Olav Brunner: Die Bilder der Absturzstelle sprechen klar dafür. Auf den Fotos sieht man, dass das Flugzeug nicht Feuer gefangen hat. Es ist nicht explodiert. Das wäre anders, wenn noch Treibstoff im Tank gewesen wäre.

Das Flugzeug ist nicht explodiert. Das wäre anders, wenn noch Treibstoff im Tank gewesen wäre.

Wie kann es sein, dass einem Flugzeug das Kerosin ausgeht?

Ich kann mir eigentlich nur einen Planungsfehler der Piloten vorstellen. Entweder haben sie zu wenig Treibstoff mitgenommen oder die Strecke falsch berechnet. Denkbar ist natürlich auch, dass der Tank defekt war.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es, damit so etwas nicht passiert?

Die Piloten berechnen vor jedem Flug, wie viel Treibstoff für die Strecke benötigt wird. Hinzu kommt noch eine Reserve, damit man mindestens 30 Minuten länger in der Luft bleiben und einen anderen Flughafen anfliegen kann. Während des Flugs wird die Tankfüllung zudem immer wieder überprüft. Im Notfall weicht man auf einen anderen Flughafen in der Nähe aus. Die Piloten des Unglückflugzeugs haben aber offenbar gehofft, es noch nach Medellín zu schaffen. Beim Absturz spricht für mich deshalb vieles für menschliches Versagen.

Olav Brunner

Olav Brunner

Der 76-jährige Aviatik-Experte startete seine Laufbahn als Militärpilot. Später war er 28 Jahre Co-Pilot und Flugkapitän bei der Swissair.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Fabienne Soguel (Triggerin)
    Wiedereinmal so ein fragwürdiger Bericht von srf mit reinen Spekulationen und vorschnellen Schuldzuweisungen. Wieso kann nicht erstmal der offizielle Bericht aus den ausgewertetn Flugdaten abgewartet werden? Für mich ergeben sich aus obigen News auf keine Weise interessante und sinnvolle Informationen. Schade.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Bei einem Charterflug kann auch der Kunde (hier die Mannschaft samt Stab) Wünsche äussern. Vlt. waren diese gefährlich/unvernünftig. Selbstüberschätzung kombiniert mit Euphorie führte schon oft zur Katastrophe. Auf jeden Fall war die Planung des Fluges knapp berechnet. wer immer dafür verantwortlich ist. Der menschliche Faktor ist oft die grösste Gefahr für sich selber und andere. Aber bis jetzt sind das nur Spekulationen auf Grund von Wahrscheinlichkeit.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Nüchtern betrachtet kann man sagen: Zuerst hatten sie kein Glück, dann kam noch Pech dazu.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das kann gar nicht sein, dass ein Pilot sich verschätzt! Es ist für "Terroristen" möglich, sich auch hier in die "letzte Kontrolle" einzuschleichen und dafür zu sorgen, dass nicht genügend getankt wird. Solche Terroranschläge werden nicht als solche bekannt gegeben, da andernfalls der Flugverkehr weltweit einbrechen würde. Wenn man schaut, wieviele neue Flugzeuge die Fluggesellschaften laufend bestellen, darf das natürlich nicht passieren. Ohne völlige Ehrlichkeit wird es aber immer schlimmer!
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    1. Antwort von Giovanni Rana (G.R)
      80-90% der flugzeugünfälle passieren weil sich die Piloten verschätzen!! Air Canada hatte eine Notlandung weil die Piloten das Kerosin in Pfund und nicht in KG betankt haben!!Hatten also 45% weniger Treibstoff an bord
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    2. Antwort von Bruno Muller (onurb)
      Richtig Herr Rana, das war der Gimli Glider. https://en.wikipedia.org/wiki/Gimli_Glider
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      erst einmal abwarten und nicht sofort Terroristen in den Vordergrund setzen. Ist möglich, aber ohne Beweis keine Beschuldigung. Vielleicht war wirklich der Tank nicht mehr dicht, bei einer so alten Maschine? Aber dann hätten sie es bei einer Zwischenkontrolle schon bemerkt. Den Grund können nur Fachleute nach der Untersuchung bekannt geben.
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    4. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Dass auch Wartungspersonal "sich verschätzen kann" hat Transat Flug 236 bewiesen, der aufgrund eines Wartungsfehlers Kerosin verlor und auf den Azoren notlanden musste. Sinnigerweise startete dieser Flug vom Toronto Pearson Flughafen, während der Gimli Glider von Kapt. Pearson pilotiert wurde. Seltsam dass es Leute gibt die genau wissen wieso das hier passiert ist, obwohl sie gar keinen Einblick in die Fakten haben. Hr. Brunner hat wenigstens nur vom wenigen das man schon weiss Schlüsse gezogen.
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    5. Antwort von Giovanni Rana (G.R)
      Bei beiden zwischenfälle haben die piloten eine meisterleistung gezeigt und sind sicher gelanded!
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