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International «Ich werde den Mindestlohn nicht erhöhen»

Auf den Strassen demonstrierten Tausende für eine Verdoppelung des Mindestlohns. Doch in der zeitgleichen Übertragung der vierten TV-Debatte zeigten viele republikanische Präsidentschaftsanwärter Einigkeit: Der Mindestlohn soll nicht angehoben werden. Für Aufsehen sorgte wieder Donald Trump.

Legende: Video Gegen Erhöhung des Mindestlohnes (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:23 Minuten.
Vom 11.11.2015.

Was von der vierten TV-Debatte von gestern Abend hängen bleibt, ist die Einigkeit beim Mindestlohn. Viele prominente Präsidentschaftsanwärter der Republikaner sprachen sich dagegen aus.

Auch Donald Trump, der sonst häufig gegen den Meinungsstrom schwimmt, sagte: «Ich werde den Mindestlohn nicht erhöhen.» Er fügte noch hinzu: «Ich hasse es, das zu sagen, aber wir müssen es so belassen, wie es ist.»

Der frühere Neurochirurg Ben Carson, der sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Trump liefert, pflichtete ihm bei. «Jedes Mal, wenn wir den Mindestlohn erhöhen, steigt die Zahl der Arbeitslosen», sagte Carson. «Das ist besonders für Schwarze ein Problem», fügte der Republikaner, selbst ein Afroamerikaner, hinzu.

Auch der Senator Marco Rubio äusserte seine Ablehnung. «Wenn ich der Meinung wäre, dass der Mindestlohn wirklich das Gehalt erhöhen würde, wäre ich dafür, aber das tut er nicht.» Tausende Demonstranten hatten am Dienstag eine Verdoppelung des Mindestlohns auf 15 Dollar pro Stunde verlangt.

Jeb Bush «dankt» Donald Trump

Bei der Debatte richtete sich das Augenmerk vor allem auch auf Jeb Bush. Floridas Ex-Gouverneur braucht ein Erfolgserlebnis – und zwar dringend. Doch zu bemüht, gekünstelt und viel zu zaghaft hielt sich Floridas Ex-Gouverneur am Rednerpult fest. Seinen ersten Versuch, sich in die Diskussion einzuschalten, würgte Ohios Gouverneur John Kasich ab.

Legende: Video Jeb Bush im Sinkflug abspielen. Laufzeit 3:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.11.2015.

Beim zweiten Anlauf musste er dann sogar einen Hieb von Spitzenkandidat Donald Trump einstecken: «Sie sollten Jeb sprechen lassen.» Der konnte nur mit einem Witz kontern, der aber nicht ankam: «Danke Donald, dass du mich bei der Debatte sprechen lässt. Das ist echt nett von dir.»

Trump hingegen wurde vom Publikum ausgebuht, als er seinen Konkurrenten John Kasich mit dem Satz abkanzelte «Ich muss mir diesen Mann nicht anhören».

Der US-Mindestlohn

Mit einem Dekret hat Präsident Barack Obama den Mindestlohn angehoben. Seit dem 1. Januar 2015 beträgt er 10,10 Dollar. Vorher lag er bei 7,25 Dollar.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
    Na klar will er die Mindestlöhne nicht erhöhen weil jeder Lohndollar, den er mehr ausgibt ist einer weniger auf seinem Bankkonto. Da man mit Geld Geld verdienen kann führt das kapitalistische System zwangsläufig zu einer kleinen Schicht von Superreichen, welche das Land beherrschen, und einer grossen Unterschicht - in den USA aufgeteilt in kreditwürdige und nicht kreditwürdige Menschen. Auch hierzulande wird massiv an den Korrekturen dieses Systems gesägt (Steuerprogression, Sozialwerke).
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Das ist eben dann die gelobte «Rechtsaussenpolitik»! Ich frage mich, weshalb so viele Menschen auf diese Politiker reinfallen.
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