Illegaler Ticket-Verkauf: Irisches IOC-Mitglied verhaftet

Die Olympischen Spiele in Rio werden von einem weiteren Skandal erschüttert: Der ranghohe IOC-Funktionär Patrick Hickey (Irland) wurde verhaftet. Er soll in einen Olympia-Ticket-Skandal verwickelt sein. Als Konsequenz lässt Hickey seine Ämter als Sportfunktionär ruhen.

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Festnahme von IOC-Mitglied in Rio

1:47 min, aus Tagesschau vom 17.8.2016

Das irische IOC-Mitglied Pat Hickey wurde gemäss der Polizei von Rio de Janeiro am Rande der Olympischen Spiele festgenommen. Es sei ein Haft- und ein Durchsuchungsbefehl erlassen worden.

Dem 71-jährigen ehemaligen Judoka wird Schwarzhandel mit Eintrittskarten und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Porträtaufnahme von Patrick Hickey

Bildlegende: Verhaftet und ins Spital gebracht; Patrick Hickey Keystone

Wegen Gesundheit ins Spital eingeliefert

Hickey sei in einem Hotel nahe des Olympia-Parks in Rios Stadtteil Barra in Gewahrsam genommen worden und wegen seines Gesundheitszustandes dann zunächst in ein Spital gebracht worden, berichten Medien. Zuvor habe er versucht, zu flüchten.

Hintergrund der Verhaftung sind Unregelmässigkeiten in Zusammenhang mit Ticketverkäufen über die irische Firma THG, die vor vier Jahren in London noch offizieller Ticketpartner des Organisationskomitees der Spiele war.

Hickey lässt Ämter ruhen

Gegenstand der aktuellen Ermittlungen soll auch die Firma Pro 10 sein, an der Hickeys Sohn beteiligt sein soll.

Hickey zieht Konsequenzen aus der Verhaftung und lässt vorübergehend seine Ämter als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Irland und als Exekutivmitglied des IOC zurück.

Hickey habe sich zu diesem Schritt entschlossen, bis die Sache aufgeklärt sei. «Herr Hickey erfüllt alle Auflagen des Haftbefehls», heisst es in einer Stellungnahme des Nationalen Olympischen Komitees Irlands. Er liege als Vorsichtsmassnahme weiterhin im Krankenhaus. Auch der Gesundheitszustand habe den 71-Jährigen bewogen, sich zeitweise zurückzuziehen.