Zum Inhalt springen
Inhalt

Imame im Visier Österreich schliesst mehrere Moscheen

Legende: Audio Österreichische Regierung geht gegen fremdfinanzierte Moscheen vor abspielen. Laufzeit 08:02 Minuten.
08:02 min, aus Rendez-vous vom 08.06.2018.
  • Im Kampf gegen den politischen Islam schliesst Österreich sieben Moscheen. 60 Imame werden überprüft – und allenfalls ausgewiesen.
  • Die Regierung wendet damit erstmals das Islamgesetz von 2015 an.
Legende: Video Härteres Vorgehen gegen politischen Islam in Österreich abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.06.2018.

«Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz», begründete Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Massnahmen.

Im Visier der Behörden sind derzeit 60 der insgesamt 260 Imame in Österreich. Sie gehören dem «Verein Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich» (Atib) an. Atib ist ein Dachverband, der in Österreich über 60 Vereine vertritt. Er untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet und damit der türkischen Regierung.

Wir stehen erst am Anfang.
Autor: Heinz-Christian StracheVizekanzler

Konkret wird überprüft, ob die Imame gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung verstossen haben. Elf Verfahren wurden eingeleitet. In zwei Fällen stehe bereits fest, dass Imame ausgewiesen würden, erklärten die Behörden. «Wir stehen erst am Anfang», sagte Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ).

«Die Regierung setzt ihre Wahlversprechen um»

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
«Die Regierung setzt ihre Wahlversprechen um»

Einschätzung von SRF-Korrespondent Peter Balzli

«In Österreich selbst gab es bisher erst wenige Reaktionen auf die Massnahmen. Ich erwarte auch, dass es kaum Kritik geben wird. Im Wahlkampf im letzten Herbst waren Ausländer und deren vermeintlich mangelnde Integration – namentlich von Muslimen – eines der wichtigsten Themen. Jetzt setzt die Regierung einfach ihre Wahlversprechen um.

Auch von der politischen Linken gab es bisher keine Reaktionen. Das Islamgesetz wurde im Übrigen von der alten Regierungskoalition unter Führung der Sozialdemokraten verabschiedet. Reaktionen sind vor allem aus der Türkei zu erwarten. Dort ist derzeit Wahlkampf. Zudem ist das Verhältnis zwischen den Regierungen in Wien und Ankara ist seit langem schlecht.»

Mitte April war eine Atib-Moschee in Wien in die Schlagzeilen geraten. In der Moschee hatten Kriegsspiele stattgefunden; Kinder mussten exerzieren oder sich tot stellen. Innenminister Herbert Kickl kündigte daraufhin an, alle Vereine prüfen zu lassen, die Atib nahe stehen.

Das Gebäude mit dem Atib-Kulturzentrum, das Mitte April für Aufregung sorgte.
Legende: Das Gebäude mit dem Atib-Kulturzentrum in Wien, das Mitte April für Aufregung sorgte. Keystone

Eine der geschlossenen Moscheen wird den rechtsextremen türkischen Grauen Wölfen zugerechnet. Die sechs weiteren betroffenen Gebetshäuser werden von der Arabischen Kultusgemeinde betrieben. Sie soll aufgelöst werden, weil ihr salafistische Tendenzen nachgesagt werden. Grundlage für die Entscheidung ist das Islamgesetz von 2015, das eine positive Grundeinstellung gegenüber Staat und Gesellschaft fordert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

67 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Breitenmoser (Communio)
    Kunz, ein junger Politiker der Hoffnung weckt für Europa! Da schauen Herr und Frau Schweizer plötzlich hochachtungsvoll nach Österreich und das Witzemachen vergeht ihnen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Mit diesen Bundesräten/innen die heute in Bern sind wird totsicher nichts passieren, zudem müssten bei uns die Kantone handeln Stichwort "müssten".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die neue Österreichische Regierung hat erkannt, dass diese Moslemverbreitung und stille Unterwanderung mit Sonderrechten, in derart grosser Zahl, der  Österreichischen traditionellen katholischen Kultur, nur Unfrieden  bringt. Darum ist es wichtig die Anfänge der nicht zu integrierenden Moslemstrukturen, zu unterbinden und des Landes zu verweisen. Es ist doch seltsam, was diese Moslem-Gruppen gerade in Neutralen Ländern wollen? Sie sollen bitte dort wirken wo man sie liebt - im Morgenland .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen