Insel-Streit: Japan bestellt chinesischen Botschafter ein

Noch immer schwelt der Besitz-Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. China lässt Kriegsschiffe auffahren. Japan empört sich auf der diplomatischen Bühne. Dabei werden die Streithähne nicht nur von Patriotismus geleitet.

Vogelsicht auf die Inselgruppe Senkaku.

Bildlegende: Der Archipel im Ostchinesischen Meer lockt mit fischreichen Gewässern. Und mit Erdöl. Keystone

Weder China noch Japan will nachgeben. Und die Besitzverhältnisse der fünf Inseln sind nicht ganz unbestritten. Jetzt hat die neue japanische Regierung erstmals den chinesischen Botschafter in Tokio einbestellt. Tokios Protest richtete sich gegen die Präsenz chinesischer Schiffe in den Gewässern um von Japan kontrollierte Inseln.

«Keine Diskussionen»

Der japanische Vize-Aussenminister Akitaka Saiki protestierte nach Angaben seines Ministeriums bei Botschafter Cheng Yonghua entschieden gegen die chinesischen Schiffe. In Japan werden die Inseln Senkaku und in China Diaoyu genannt.

Das japanische Aussenministerium hatte bereits am Tag zuvor telefonisch bei der chinesischen Botschaft gegen die Präsenz von vier Schiffen um den Archipel protestiert.

In dieser Territorialfrage könne es «keine Diskussionen» geben, hiess es. Der chinesische Botschafter bekräftigte den Anspruch seines Landes auf die Inselgruppe, sagte aber zu, Peking den Protest der japanischen Regierung zu übermitteln.

Japan und China streiten seit Monaten offen um die Inselgruppe. Der Archipel liegt strategisch günstig in fischreichen Gewässern. Ausserdem werden grössere Erdöl- und Erdgasvorkommen auf dem Meeresgrund vermutet.