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International Irakische Armee startet Grossoffensive gegen IS-Miliz

Armee und schiitische Milizen rücken aus fünf Richtungen vor, um Tikrit aus den Händen der Terrormiliz IS zu befreien. Der Feldzug gilt als Test, ob Iraks Städte die Extremisten in die Flucht treiben können.

Legende: Video Start der Offensive in Tikrit (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Vom 02.03.2015.

Die irakische Armee hat eine Offensive auf die von IS-Milizen kontrollierte Stadt Tikrit gestartet. Unterstützt von Kampfjets und Helikoptern griffen etwa 30'000 Soldaten Stellungen der Dschihadisten des IS an. Am Grossangriff beteiligten sich auch Polizisten, Antiterror-Einheiten und freiwillige Kämpfer. Unterstützt werden sie von sunnitischen Stammesmilizen, die mit ihren radikalen Glaubensbrüdern verfeindet sind.

Die Dschihadisten würden von drei Seiten attackiert, sagte ein irakischer General der Nachrichtenagentur AFP. Es handelt sich um die bislang grösste Offensive zur Rückeroberung einer vom IS eingenommen Stadt.

Erste Erfolge gemeldet

Irakische Medien meldeten bereits erste Erfolge. So seien die Streitkräfte in den Ort Al-Dur südlich von Tikrit vorgerückt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Erfolgsmeldungen der irakischen Armee haben sich in der Vergangenheit häufig als falsch herausgestellt. Der IS verbreitete im Internet Bilder, die belegen sollten, dass er Al-Dur weiter kontrolliert.

Ein Korrespondent des Nachrichtensenders Al-Arabija berichtete, es gebe Befürchtungen, dass sich schiitische Kämpfer beim Sturm auf Tikrit an Sunniten rächen könnten. Die allermeisten der rund 190'000 Einwohner sollen aus der Stadt geflohen sein. Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi hatte bereits am Sonntag gesagt, der Schutz der Einwohner habe Priorität.

Tikrit liegt rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad an einer wichtigen Verbindungsstrasse zwischen der Hauptstadt und der nordirakischen IS-Hochburg Mossul. Der Feldzug gegen die sunnitische Terrormiliz gilt auch als Test, ob die irakischen Streitkräfte in der Lage sind, die Extremisten aus einer grossen Stadt zu vertreiben.

IS kontrolliert weite Teile Iraks

Zudem hat die Stadt als früherer Heimatort des irakischen Langzeitherrschers Saddam Hussein und Hochburg sunnitischer Regierungsgegner grosse symbolische Bedeutung. In den vergangenen Monaten waren mehrere Versuche der Armee gescheitert, die Stadt wieder unter Kontrolle zu bringen.

Karte Iraks
Legende: Tikrit liegt 170 Kilometer nördlich von Bagdad und ist die Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Hussein. SRF

Die IS-Miliz kontrolliert seit dem Sommer weite Landesteile im Irak und im benachbarten Syrien. Im Irak kämpfen die Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer gegen die Islamisten. In Syrien werden sie sowohl von Regierungstruppen als auch von Rebellen bekämpft. Zudem fliegt eine US-geführte internationale Militärkoalition in beiden Ländern Luftangriffe auf IS-Stellungen.

Wieder Hinrichtungs-Video

Derweil richteten IS-Kämpfer im Irak nach eigenen Angaben vier Mitglieder eines sunnitischen Stammes hin. Die Extremisten veröffentlichten ein Video, das zeigt, wie maskierte Täter die Männer aus der Region Tikrit töten.

Die Dschihadisten warfen ihren Opfern vor, mit der Regierung zu kollaborieren. Sie gehörten der sunnitischen Sahwa-Miliz an, hiess es. Bereits im Dezember hatten die Islamisten 13 Mitglieder dieser Gruppe hingerichtet.

3 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Nichts hat so viele Reaktionen aus der islamischen Welt und aus Israel hervorgerufen wie diese grausame Tat am jordanischen Piloten. Die brutale Hinrichtung des Piloten hat das Potential zu einem völligen Kurswechsel weltweit und vor allem in der islamischen Welt. Wo bis anhin stille Duldung war ist jetzt Verurteilung und Verdammung des Daesh (IS) getreten. Sogar Israel hat Jordanien umfangreiche Hilfe zugesagt. Die Verbrennung des Piloten hat das Ende des Daesh eingeläutet.
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    So eine Offensive ist nur zu begrüssen....aber lebt in dieser Stadt noch Zivilbevölkerung oder sind sie vor der IS bereits geflohen??
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Mit diesem Material wünsche ich ihnen viel Glück beim Angriff.
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