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International IS-Miliz nimmt kurdisches Hauptquartier in Kobane ein

Es ist eine Entscheidungsschlacht, da sind sich die Beobachter einig. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit setzt die Terrormiliz IS in Kobane zur endgültigen Vernichtung des kurdischen Widerstands an. Ihr Plan liegt auf der Hand: Kobane von der Aussenwelt abzuschneiden.

Legende: Video «Weiterhin erbitterter Kampf um Kobane» abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.10.2014.

Die letzte grosse Schlacht um die syrische Kurdenstadt Kobane ist voll entbrannt. Nach Angaben kurdischer Aktivisten hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit massiven Angriffen auf eine wichtige Verbindungsstrasse zur türkischen Grenze begonnen.

Terrorkämpfer haben sämtliche Kräfte mobilisiert

Die Terroristen in ihren schwarzen Kampfmonturen versuchen mit aller Härte, die letzte Kurdenbastion in der Region gänzlich von der Aussenwelt abzuschneiden.

Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben die Islamisten dafür sämtliche Kräfte in Bewegung gesetzt. Die Dschihadisten haben die Stadt bereits von drei Seiten umstellt. Nach tagelangen Kämpfen hätte sie rund 40 Prozent der umkämpften Stadt unter ihre Kontrolle gebracht.

200 Kurden sterben im Kampf

Laut Aktivisten eroberten die Dschihadisten unter anderem mehrere Gebäude der Sicherheitskräfte, das Hauptquartier der lokalen kurdischen Verwaltung sowie das Gefängnis nahe dem Zentrum der Ortschaft.

Die Beobachter berichten, die Dschihadisten würden in Ostkobane mit Motorrädern Waffennachschub zu seinen Kämpfern bringen, um die lebenswichtige Versorgungsroute der Kurden zu kappen.

Ein kurdischer Aktivist namens Farhad al-Shami in der Ortschaft sagte am Telefon, die Dschihadisten hätten die Strasse am frühen Morgen unter massiven Beschuss genommen. Seinen Informationen nach starben rund 200 kurdische Kämpfer, seit am Montag der IS in die strategisch wichtige Grenzstadt eingedrungen ist.

UNO-Sondergesandte spricht von neuem «Srebrenica»

Der UNO-Sondergesandte für Syrien hat angesichts der prekären Lage vor einem Massaker an Zivilisten gewarnt. Zwischen 500 und 700 Zivilisten, überwiegend alte Menschen, seien derzeit noch in Kobane, sagte Staffan de Mistura in Genf. Sollte Kobane in die Hände von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fallen, drohe ein Blutbad.

Neben den Menschen in der Stadt befänden sich zwischen 10'000 und 13'000 Menschen im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei, die ebenfalls gefährdet seien. De Mistura erinnerte an die Massaker während des Balkankrieges – besonders in Srebrenica, wo 1995 etwa 8000 Menschen getötet wurden. «Dort ist Srebrenica», sagte er mit Blick auf die Situation in Kobane.

Türkei immer mehr in Bedrängnis

Sollte der IS Kobane erobern, hätten die sunnitischen Extremisten einen durchgängigen Grenzstreifen zur Türkei unter ihrer Kontrolle. In Syrien und im Irak haben sie seit Juni in weiten Landstrichen die Macht inne. Im Irak sind es vor allem grosse Teile der von Sunniten bewohnten Gebiete im Norden und in der westirakischen Provinz Anbar.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Interessant da die Kommentare zu lesen. Letztlich basiert die ganze Story doch nur auf der Aussage des Kurdenführers, wonach die amerikanischen Luftangriffe nichts bringen würden. Die würden leere und zivile Häuser bombardieren. Und hier liest man gleich soviel Interpretationen dazu. Interessant.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @E. Dreier: Ich hole u. bekomme meine Informationen vor Ort u. nicht nur beim SRF
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  • Kommentar von Engin Atakum, istanbul
    müsste ich zwischen kurdischen terroristen und den terroristen der isis waehlen dann würd ich die isis waehlen.die haben wenigstens mum.die kaempfen wenigstens wie echte maenner.die kurden können ya nur feige fallen stellen und vom hinterhalt kaempfen.wann hat man den in der Türkei gesehen das die von Auge zu Auge gekaempft haben.NIE.feiglinge haben deshalb kein anrecht auf kobane.nur der mutige hat das ANRECHT ,so wie die isis.obwohl ich die auch nicht mag es aber die wahrheit ist.
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    1. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Kommen sie soeben vom Ausgang nach hause?
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    2. Antwort von Hans Berger, Bern
      Ist ja egal, die Toten sind ja Moslems!
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    3. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Ein typischer Kommentar eines Türken, der dem Islamisten Erdogan auf den Leim gekrochen ist! Die Türkei spielt hier so ziemlich die abscheulichste Karte in diesem Konflikt. Feiglinge sind nur die, welche in Überzahl andere Menschen, seien dies Kinder, Frauen und Alte, erbarmungslos abschlachten. Die Kurden sind die Einzigen, welche im auseinanderfallenden Irak etwas positives zustande gebracht haben! Das Einzige was hier feige ist, ist ihr Kommentar!
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Engin Atakum: Ich hoffe, dass sich YPG und PKK!! gegenüber der IS in Kobane behaupten können. Im weiteren hoffe ich, dass die irak. Kurden einen eigenen Staat im Norden des Iraks errichten können und sich das dortige Oel, welches die Türkei benötigt teuer bezahlen lässt. Im Weiteren hoffe ich das Erbil dann die Unabhängigen Kurden in der TK unterstützt, als Antwort auf Ihre dümmliche Antwort. Möglicherweise zu viel Raki getrunken?
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Die Kurden sind selber schuld, diese hatten im Irak eine eigene Armee von 200.000 Mann, von ihnen selbst und vom Westen viel zu stark eingeschätzt, z.T untereinander zerstritten und schlecht koordiniert, konnten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit nicht die 30.000 IS-Soldaten stoppen, so dass deren Ausdehnung im Irak mit entscheidend war für das, was sich gerade in diesem Kobane abspielt. Wie ein Hurrikane, der sich im Irak aufbaute und immer rascher an Fahrt gewann.
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