Israel untersucht Armeeoperationen in Gaza

Der letzte Gaza-Krieg im Sommer 2014 forderte das Leben von mehr als 2100 Palästinensern und 70 Israelis. Nun will die israelische Armee 13 Einsätze näher untersuchen lassen, wie der Generalmilitärstaatsanwalt entschieden hat. Es sind Attacken, bei denen Zivilisten starben.

Blut auf einem Fussboden, viel Blut

Bildlegende: Im letzten Gaza-Krieg floss viel Blut von Zivilisten. Symbolbild. Keystone/Archiv

Der israelische Generalmilitärstaatsanwalt Danny Efroni lässt acht Einsätze der israelischen Armee während des Gaza-Krieges strafrechtlich durch die israelische Militärjustiz untersuchen. Das gab das Militär bekannt. Ermittelt werde beispielsweise zu Angriffen, bei denen zwei Krankenwagenfahrer ums Leben kamen, sowie zu einem Angriff auf ein Haus, bei dem im Juli 27 Zivilisten starben.

Insgesamt steigt die Zahl der eingeleiteten Ermittlungen zum Gaza-Konflikt damit auf 13. Bereits im September hatte Efroni bekannt gegeben, dass er unter anderem einen israelischen Angriff auf einen Strand in Gaza untersuchen lässt. Bei diesem Angriff wurden Mitte Juli vier Kinder getötet. Auch im Fall einer Attacke auf eine Einrichtung der UNO in Beit Hanun, bei der 15 Palästinenser Ende Juli ums Leben kamen, sollten strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. In 14 Fällen entschied sich Efroni vorerst gegen Ermittlungen, 85 weitere werden noch überprüft.

Obdachlose Palästenineser wärmen sich an einem Feuer

Bildlegende: Nach dem Gaza-Krieg: Obdachlose Palästinenser wärmen sich an einem Feuer. Keystone

Der jüngste Gaza-Krieg hatte Ende August nach 50 Tagen mit einer unbefristeten Waffenruhe geendet. Während des Konflikts waren mehr als 2100 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen. Der UNO-Menschenrechtsrat hat eine eigene Untersuchungskommission zu möglichen Kriegsverbrechen eingerichtet. Auch Amnesty International hat einen Bericht zu der israelischen Militäroperation erstellt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Mutter mit Kind in Chan Yunis, Gazastreifen nach dem heftigen Regenfällen am 4. November 2014.

    Gaza: Zwei Monate nach dem Krieg

    Aus Echo der Zeit vom 4.11.2014

    In Gaza sind immer noch über 100'000 Menschen obdachlos. Jetzt, mit den ersten Herbst-Unwettern und den sinkenden Temperaturen, wird ihre Situation prekär. Eine Reportage und ein Gespräch über Israels Sicht auf die Situation in Gaza.

    Christian Wagner und Gisela Dachs

  • Neue Hoffnung im Gaza-Konflikt

    Aus Tagesschau vom 27.8.2014

    Israel und die Palästinenser haben sich auf einen unbefristeten Waffenstillstand verständigt. Die Aussicht auf eine Lockerung der Blockade des Gazastreifens, die seit fast 8 Jahren gilt, ist Grund zur vorsichtigen Freude. Einschätzungen von ARD-Korrespondent Markus Rosch.

  • Gaza-Krieg neu entflammt

    Aus Tagesschau vom 20.8.2014

    Im Nahen Osten fliesst wieder Blut, die Waffenruhe wurde gebrochen, Ägypten ist mit seinen Vermittlungsbemühungen gescheitert. Und wieder einmal schlägt die Stunde der Hardliner. Israel bestätigt den Versuch, den Hamas-Militärchef gezielt töten zu wollen.