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Muezzin-Gesetz Israel verbietet morgendlichen Gebetsruf

Symbolbild
Legende: Das neue Gesetz gegen zu laute Muezzin-Rufe: Für die einen überfällig, für die anderen eine reine Provokation. Keystone

Die israelische Regierung hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, mit dem nach Ansicht von Kritikern die traditionellen Gebetsrufe der muslimischen Muezzine zum Schweigen gebracht werden sollen.

Eine vom israelischen Justizministerium herausgegebene Liste verzeichnete das Gesetz «zur Verhinderung von Lärm durch öffentliche Lautsprechersysteme in Gebetshäusern» als vom Gesetzgebungsausschuss beschlossen. Damit wird der Gesetzentwurf nun dem Parlament vorgelegt.

Ist das Verbot eine Provokation?

Obwohl das Gesetz in seinem Titel keine bestimmte Religion nennt, ist es in Israel als «Muezzin-Gesetz» bekannt. Es sieht ein Verbot von Lautsprecherdurchsagen an Gotteshäusern zwischen 23.00 Uhr abends und 7.00 Uhr morgens vor. Damit ist der erste der fünf täglichen Gebetsrufe der Muslime betroffen.

Unterstützer begründen den Vorstoss mit Lärmbelästigung und dem angeblichen Missbrauch der Lautsprecher für Hassbotschaften – Aktivisten sehen darin eine reine Provokation. In dem Gesetz gehe es nicht um Lärm oder Lebensqualität, «sondern um rassistische Hetze gegen eine nationale Minderheit», kritisierte der arabisch-israelische Parlamentsabgeordnete Aiman Odeh.

25 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Ausgerechnet Israel erlässt ein solches Verbot! Die Juden, die weltweit aufschreien, wenn unechte Flüchtlinge oder kriminelle Migranten nicht mit Samt-Handschuhen angefasst werden! Israel lebt seit Jahrzehnten mit Muslimen zusammen. Beide Religionen sollten endlich diese Situation in "gutmenschlicher" Manier akzeptieren und für die Globalisierung der Erde, beispielhaft vorleben! Sie machen genau das Gegenteil und verbieten die Morgengebete der Muezzinen! Niemand spricht hier von Rassismus!
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    1. Antwort von Leonardo Fridman (Leonardo E. Fridman)
      Niemand spricht hier von Rassismus, weil es eben kein Rassismus ist. Es geht um Lärmbelästigung am frühen Morgen. Der Muezzin darf dabei so laut zum Gebet rufen wie er möchte, darf aber keine akkustischen Hilfsmittel brauchen bzw. nicht einfach ein Tonband auf die jeweilige Uhrzeit vorprogrammieren und die ganze Umgebung damit wecken. Die Religionsfreiheit in Israel bleibt nicht nur gewährleistet, sondern übertrifft unsere Standards um einiges.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Naja in der falschen Strasse in Jerusalem kann Dir am Sabbat durchaus das Auto von den anderen Religionsfanatikern gesteinigt werden, somit wehret den Anfängen bzw den Fanatikern jeder Couleur.
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    1. Antwort von Leonardo Fridman (Leonardo E. Fridman)
      Dazu müsste man mit dem Auto erst mal die Abschrankungen durchbrechen, die die Anwohner dieser Quartiere vor Motorfahrzeugen schützen soll. Dazu gehört dann schon eine ganz ungesunde Portion Intoleranz gegenüber der religiösen Observanz orthodoxer Juden. (Womit das Steinewerfen mit keiner Silbe gerechtfertigt oder beschönigt sein soll.)
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Zu Zeiten Mohammeds gab es keine XXL-Verstärker-Lautsprecher noch dazu in vielfacher Ausfertigung wie auf obigem Minarett zu sehen. Es ist deshalb ein vom Zeichen des Mitgefühles geprägter Erlass, der von 5 gefühlten Ruhestörungen nur den morgendlichen, also nur einen davon, vielleicht den am schlimmsten empfundenen, verbietet.
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