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International Italien zählt 2015 bereits 50'000 Migranten

Die Zahl der Asylanträge in Italien zeigt: Etwa die Hälfte der Migranten lässt sich nicht im Land registrieren. Wohin die anderen Ankömmlinge gehen, ist unklar.

Legende:
Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa kamen Nach Ankünften in den einzelnen Ländern. (Für 2014 sind für die einzelnen Länder noch keine Zahlen erhältlich.) UNHCR

Seit Anfang 2015 haben 24'678 Flüchtlinge in Italien einen Asylantrag eingereicht. Das sind rund 50 Prozent aller Migranten, die in diesem Zeitraum in Süditalien eingetroffen sind. Dies sagt Angelo Trovato, Präsident der nationalen Kommission für das Asylrecht.

2013 wurden in Italien 26'620 Asylanträge eingereicht, 2014 stieg die Zahl auf 63'456. Insgesamt landeten im vergangenen Jahr 170'000 Migranten in Italien. «Weniger als die Hälfte der 2014 in Italien eingetroffenen Migranten haben bei uns einen Asylantrag beantragt. Wir wissen nicht, wohin die anderen gezogen sind», so Trovato.

Fast 40'000 Bootsflüchtlinge sind seit Jahresbeginn in Italien gelandet, bis Jahresende könnten es 200'000 werden, rechnet das italienische Innenministerium. Weil Asylverfahren extrem lange dauern, leben in den italienischen Aufnahmezentren etwa 84'000 Menschen, fast ein Viertel davon in Sizilien.

Wegen des Notstands im Süden verlangt Innenminister Angelino Alfano, dass Provinzen und Gemeinden 9000 weitere Plätze im ganzen Land bereitstellen müssten, unter anderem in leeren Kasernen oder Turnhallen. Bisher findet er wenig Gehör. Nur 800 der 8000 italienischen Gemeinden haben Flüchtlingsunterkünfte.

10 Kommentare

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  • Kommentar von S. Brun, Bern
    Viele der illegalen Einwanderer wissen genau, dass sie nicht die geringste Chance auf Asyl haben. Die tauchen lieber gleich ab und arbeiten schwarz und unter erbärmlichen Bedingungen auf den Gemüse- oder Früchteplantagen in Süditalien. Offizielle Statistiken gibt es dazu aus nachvollziehbaren Gründen keine, aber es müssen Tausende sein. Eigentlich müssten wir Pfirsiche und anderes aus dieser Gegend boykottieren! Esst lieber Schweizer Erdbeeren!
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  • Kommentar von S.Brun, Bern
    Herr Nanni, bei den europäischen Ländern sind wir an der Spitze mit dem Anteil der Flüchtlinge, schaut man die weltweite Verteilung an, sieht das schon wieder anders aus. Es gibt wesentlich ärmere Länder als die Schweiz, welche einen sehr viel höheren Anteil an Flüchtlingen haben.
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Komisch, die über 50% welche in Italien nicht mehr auffindbar sind, tauchen auf wundersame Weise bei uns wieder auf.
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