Jetzt schalten sich die Patriarchen in den Ukraine-Konflikt ein

In seinem Oster-Gottesdienst sagte der Moskauer Patriarch Kirill, die Ukraine gehöre zum «Heiligen Russland». Der Kiewer Patriarch versichert hingegen in seiner Osterbotschaft, der russische «Feind» sei zum Scheitern verurteilt. Fazit: Auch die Osterfeiern bringen keine versöhnliche Töne.

Der Moskauer Patriarch Kirill.

Bildlegende: Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche nutzt die Osterfeier, um seine Sicht zum Ukraine-Konflikt zu verkünden. Keystone

Der Moskauer Patriarch Kirill forderte im Ostergottesdienst die Gläubigen in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auf, mit ihm für das «in der Ukraine lebende russische Volk» zu beten und dafür, dass der Herrgott Frieden auf ukrainischem Boden walten lasse. Gott möge denjenigen Einhalt gebieten, die das «Heilige Russland» zerstören wollten, indem sie die Ukraine abtrennten, sagte Kirill.

Die russisch-orthodoxe Kirche fürchtet um ihren Einfluss in der Ukraine, wo sie den Ursprung der Christianisierung der slawischen Völker sieht.

Auch Kiewer Patriarch nimmt klare Haltung ein

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Patriarchen kritisieren sich gegenseitig

1:33 min, aus Tagesschau vom 20.4.2014

Mit Blick auf die Eingliederung der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel in die Russische Föderation geisselte der Kiewer Patriarch Filaret die Moskauer «Aggression» und bescheinigte dem ukrainischen Volk, dass es «schwere Prüfungen» durchmache.

«Das Land, das uns die territoriale Integrität garantiert hat, hat eine Aggression begangen. Gott kann nicht auf der Seite des Bösen sein, daher ist der Feind des ukrainischen Volkes zum Scheitern verurteilt», sagte der orthodoxe Patriarch.