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International Kämpfe in der Ukraine gehen weiter – Gasverhandlungen auch

Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben zufolge pro-russische Separatisten aus dem Zentrum der Grossstadt Mariupol vertrieben. Auch an der Grenze zu Russland rückten Soldaten gegen Aufständische vor. Gleichzeitig werden die Gespräche rund um den Gasstreit fortgesetzt.

Ein junger Soldat der ukrainischen Armee
Legende: Mit Gewalt versucht die ukrainische Armee die pro-russischen Separatisten zu vertreiben. Keystone/Archivbild

Bei schweren Gefechten in der Ukraine hat die Armee die pro-russischen Separatisten aus dem Zentrum der Grossstadt Mariupol vertrieben. Dies teilte die ukrainische Armee mit. Die Soldaten setzten bei den Kämpfen Granatwerfer und gepanzerte Fahrzeuge ein. Mindestens fünf Aufständische seien getötet und vier Soldaten verletzt worden, teilte Innenminister Arseni Awakow in Kiew mit.

Die Sicherheitskräfte hätten zahlreiche Scharfschützen und Strassensperren «unschädlich» gemacht, sagte Awakow. Viele Bürger der Hafenstadt hätten sich in Kellern in Sicherheit gebracht, berichteten örtliche Medien.

In Donezk wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes drei Menschen getötet und vier verletzt. Unbekannte hatten eine Bombe am Wagen von Separatistenführer Denis Puschilin angebracht, der unverletzt blieb.

Milliardär will 2000-km-langen Elektrozaun

Regierungseinheiten rückten unterdessen gegen militante Aufständische an Teilen der ukrainischen Grenze zu Russland vor. Sie brachten nach eigenen Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle, den die Grenztruppen dort aufgegeben hatten.

Jedoch sei ein rund 184 Kilometer langer Streifen weiter in der Gewalt der Separatisten, räumte Pawel Schischolin von den Grenztruppen ein.

Der Gouverneur von Dnjepropetrowsk, der Milliardär Igor Kolomoiski, schlug den Bau eines 1920 Kilometer langen Elektrozauns mit Stacheldraht und Minen an der gemeinsamen Grenze zu Russland vor. Das rund 100 Millionen Euro teure Projekt sei nötig, um die «aggressive Politik gegenüber der Ukraine» zu stoppen, sagte Kolomoiski.

Versorgt Russland Aufständische mit Waffen?

Unklarheit herrschte über angebliche Panzer sowjetischer Bauart aus Russland in Händen der Separatisten. Die ukrainische Führung warf Russland vor, trotz aller Zusagen die Versorgung der Separatisten mit Waffen nicht zu verhindern.

Mindestens drei Panzer für die militanten Aufständischen seien illegal über die Grenze gelangt, teilte der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit. Moskau kommentierte die Vorwürfe nicht. Die russische Regierung hat allerdings bereits wiederholt dementiert, Waffen für pro-russische Separatisten in der Ukraine über die Grenze zu lassen.

Nichtsdestotrotz rief EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Russland nach einem Telefonat mit Poroschenko auf, jegliche Militäraktion in der krisengeschüttelten Region zu unterlassen.

Am Donnerstag hatten die militanten Gruppen bei Kämpfen im Gebiet Donezk laut Verteidigungsministerium Awakow «bedeutende Verluste» erlitten. So seien bei Stepanowka mehr als 40 Separatisten getötet worden.

8 Kommentare

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  • Kommentar von N.Belg, Luzern
    Poroshenko versucht weiter zu provozieren, jeden Tag sterben Frauen und Kinder, und Russland "reagiert" nicht. Sonnst würde er längst als "demokratisch gewählte" President die Gewalt stoppen. Und alle wissen, wer hinter Poroshenko steht...
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  • Kommentar von N.Belg, Luzern
    Nur 3 Panzer, so wenig "Hilfe" aus Russland... irgendwie verdächtig... .
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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    Obwohl der neue Präsident Poroschenko schon wiederholt eine Waffenruhe ankündigte, gehen die Kämpfe der Sondertruppen gegen die Separatisten im Osten unvermindert weiter. Ebenfalls verkündet Kiew regelmässig grosse Erfolge seiner eigenen Truppe. Offensichtlich sind das plumpe Falschmeldungen. Deshalb sollte sich die EU endlich aufraffen, ihre Freunde in Kiew anzuhalten, endlich etwas Konkretes für den Frieden zu tun. Ansonsten wird aus der Ukraine ein weiterer gescheiterter Staat.
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Genau, Herr Wagner, für diese Woche wurde Waffenruhe angekündigt. Leere Worte? Aber wahrscheinlich muss zuerst der ganze Südosten niedergebomt werden. Die Frackinggasfelder im Osten werden zur Tilgung der IWF-Kriedite benötigt werden.
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    2. Antwort von Peter Boos, Dübendorf
      Wie wäre es, nicht nur einseitig die ukrainische Regierung, sondern auch die Separatisten aufzufordern, ihre terroristischen Akte, ihr Kämpfe einzustellen und die russische Regierung, ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen und die direkte und indirekte Unterstützung der Separatisten zu unterlassen...?
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    3. Antwort von W. Helfer, Zürich
      S. Meier. Die USA will die Energieleitungen von RU in die EU kappen um RU zu schwächen. Die USA ist nicht wirklich auf Gas u Oel aus anderen Ländern angewiesen. Sie haben selber genug u haben ja auch Saudi-Arabien. Es geht um den US-Dollar. Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien, Iran, China, RU etc. haben beschlossen, ihre Rohstoffe nicht mehr mit US-Dollar handeln zu wollen. Irak muss übrigens nicht mit Oel bezahlen, sondern für Kriegsmaterial (z.B. Kampfjets) aus den Oel-Einkommen.
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    4. Antwort von Alfred Josi, Frutigen
      Dass Poroshenko einen Waffenstillstand angekündigt hat, ist mir neu. Er will den Dialog mit Gewaltlosen. Diejenigen Separatisten die mit Waffen herumspielen werden bekämpft, und das ist richtig so. Es ist auch mehrfach Belegt dass Moskau den Konflikt schürt, Waffen und Kämpfer liefert. Also warum Kiev die Schuld geben? All denen die Lügen und Hass verbreiten wünsche ich viel Misserfolg!
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    5. Antwort von S. Meier, Adliswil
      @W. Helfer, ja ich habe auch davon gelesen, dass RUS die Rohstoffe nicht mehr in Dollar handeln will. http://uk.reuters.com/article/2013/01/24/uk-shale-ukraine-idUKBRE90N11S20130124 http://www.reuters.com/article/2013/11/05/us-ukraine-chevron-idUSBRE9A40ML20131105
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