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International Kampf um Kundus geht weiter

In einem Überraschungsangriff hatten die Taliban am Montag die Stadt Kundus eingenommen. Noch immer kämpft die afghanische Armee darum, die Stadt zurück zu erobern und tut sich dabei schwer. Die Nato eilte nun zur Hilfe.

In Kundus liefern sich die Taliban und die afghanische Armee den dritten Tag in Folge heftige Kämpfe. Am Flughafen der Stadt seien die Aufständischen mit 5000 Soldaten und der Unterstützung durch US-Kampfflugzeuge zurückgedrängt worden, teilten afghanische Sicherheitskreise mit.

«Die Taliban haben die ganze Nacht angegriffen», sagte Provinzratsmitglied Sajed Asadullah Sadat. Seinen Angaben zufolge macht die Gegenoffensive der Regierung zur Rückeroberung von Kundus aber keine Fortschritte. «Die Taliban halten weiter ihre Stellungen.»

Widersprüchliche Angaben

Sadat betonte weiter, die Gegend um den Flughafen sei der einzige Teil der Stadt Kundus, der noch von Regierungstruppen kontrolliert werde. Polizeisprecher Sajed Sarwar Hussaini sagte dagegen, die Sicherheitskräfte hielten weiter das Polizei-Hauptquartier und das Gefängnis in der Stadt. Sie hätten beide am Dienstag zurückerobert. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hatte der Nation am Dienstag versichert, Kundus werde zurückerobert.

Hunderte afghanische Sicherheitskräfte aus Kabul und Tachar, die zur Verstärkung kommen sollten, stecken in der Nachbarprovinz Baghlan fest, weil Taliban-Kämpfer Strassen mit Steinen und Sandsäcken blockiert hatten.

«Ich habe ernste Zweifel an der Fähigkeit der Regierung, Kundus zurückzuerobern, wenn sie nicht einmal erfolgreich Verstärkung schicken kann», stellte Provinratsmitglied Sadat in Aussicht.

Nun auch Nato-Soldaten im Einsatz

Während die Verstärkung auf dem Landweg nicht nach Kundus kam, trafen auf dem Luftweg nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Hundert Mann zur Verstärkung der Sicherheitskräfte ein. In Kundus sind mittlerweile auch Nato-Soldaten im Einsatz. Die Spezialkräfte berieten ihre afghanischen Kollegen, sagte ein Nato-Sprecher am Mittwoch.

Nach Angaben aus westlichen Militärkreisen handelt es sich um Soldaten aus Deutschland, Grossbritannien und den USA. Wie viele Soldaten nach Kundus geschickt wurden, war nicht bekannt.

Kam es zu Hinrichtungen?

Nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es Berichte über Hinrichtungen in Kundus. «Ich bin zutiefst besorgt über die Lage in Kundus nach dem Taliban-Angriff auf die Stadt», sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom. Anwohner bestätigten solche Berichte allerdings nicht. Ein Taliban-Kommandeur in Kundus namens Mullah Usman sagte, Regierungsmitarbeiter würden gefangen genommen, aber nicht getötet.

Die Taliban hatten die Provinzhauptstadt am Montag überraschend überrannt. Am Dienstag startete die Armee mit Unterstützung der US-Luftwaffe eine Gegenoffensive zur Rückeroberung. Kundus ist der Ort, an dem bis vor zwei Jahren die deutsche Bundeswehr stationiert war.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    So ein Grossstadt ist nicht möglich in ein Tag einzunehmen. Ausser Motivations von Soldaten ist miserabel. Gestern würde uns berichtet, dass Regierung vorbereite Gegenoffensive. Heute wird gemeldet, dass eine Militär Base und Teil Flughaffens gefallen sind. Es gibt keine Gegenofensive. Einzig versucht NATO mit Bombardierung Vormarsch zu stoppen. Afghanische Militär wird sich auflösen. Beamte welche unter NATO gedient haben, könnten ruhig ihre Koffer packen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Über Afghanistan sollte man sich keine Illusionen machen. Die Taliban, der Grossteil der einfachen Bevölkerung wie auch die "Eliten" hassen die Westler, ganz besonders die Amerikaner. Aber wenn es um die Verteidigung ihrer Einkünfte aus Drogenanbau, Korruption und Veruntreuung von Aufbauhilfen geht, holen die "Eliten" sie zur Hilfe. Für KSA kann man diese Aussage mit "Rohöl" anpassen.
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