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International Kampfpilotin Sawtschenko ist frei

Die in Russland inhaftierte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko ist freigelassen worden und bereits in Kiew angekommen. Gemäss ukrainischen Medien wurde sie gegen zwei Männer ausgetauscht – es soll sich um russische Soldaten handeln.

Mit einem Gefangenenaustausch hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die Freilassung der in Russland inhaftierten Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko erreicht. Die 35-Jährige ist in Kiew gelandet, wie der ukrainische Präsident per Twitter mitteilte.

Am Kiewer Flughafen Borispol warteten Poroschenko sowie Sawtschenkos Mutter, ihre Schwester und zahlreiche Parlamentarier. Sawtschenko habe zuvor bereits mit ihrer Mutter telefoniert.

Legende: Video Kampfpilotin Sawtschenko freigelassen abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2016.

«Ich freue mich – gemeinsam mit dem ganzen Land», sagte der ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman. Sawtschenko war in der früheren Sowjetrepublik zum Symbol und zum Gesicht des Krieges im Osten des Landes geworden. Ihre Freilassung fällt auf den zweiten Jahrestag der Wahl Poroschenkos zum Präsidenten am 25. Mai 2014.

Sawtschenko war im März zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wurde Beihilfe zum Mord an zwei russischen Journalisten während des Konflikts mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine vorgeworfen.

Kein Treffen mit Putin geplant

Im Gegenzug entliess die Regierung in Kiew zwei mutmassliche russische Soldaten, die in der Ukraine zu Haft verurteilt worden waren. Die Männer seien in Moskau gelandet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Den Begriff «Soldaten» benutzte er nicht. Ein Treffen mit Putin sei nicht geplant. Russland bestreitet den Einsatz aktiver Soldaten im Kriegsgebiet Ostukraine.

In früheren Medienberichten hatte es geheissen, Poroschenko sei zuvor nach Russland geflogen, um die mit Präsident Wladimir Putin abgesprochene Vereinbarung umzusetzen.

Legende: Video Christof Franzen zur Beziehung Russland – Ukraine abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2016.

Grundsätzlicher Konflikt bleibt

SRF-Korrespondent Christof Franzen gibt zu bedenken, dass der heutige Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine nur zustande kam, weil er beiden Präsidenten dienlich ist. «Petro Poroschenko konnte einen Progaganda-Coup landen und Wladimir Putin kann froh sein, die widerspenstige Gefangene loszuwerden». Diese habe immer wieder mit Hungerstreiks für internationales Aufsehen gesorgt.

Für Franzen ist klar: «Der grundsätzliche Konflikt bleibt bestehen. Die Ukraine strebt nach Westen, will eine Integration in die EU und langfristig in die Nato. Das will Russland bis heute nicht akzeptieren. Russland will, dass die Ukraine im Einflussbereich des Kremls bleibt.»

Nationalheldin Sawtschenko

Das Schicksal der 35-jährigen Nadeschda Sawtschenko war immer wieder Thema von Krisengesprächen westlicher Politiker mit Präsident Wladimir Putin. Poroschenko hatte ihre Heimkehr als Priorität bezeichnet.

Die junge Frau, die in russischer Haft immer wieder mit Hungerstreiks auf sich aufmerksam gemacht hatte, war in ihrer Heimat 2014 in Abwesenheit ins Parlament gewählt worden. Auch die EU hatte ihre Freilassung gefordert.

Sawtschenko ist in der Ukraine zur Nationalheldin geworden, weil sie in den Reihen eines Freiwilligenbataillons gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes kämpfte. Die Kampfpilotin hatte stets jegliche Beteiligung an den Kampfhandlungen, die zum Tod der russischen Reporter führten, bestritten.

Schweizer Hilfsgüter

Erstmals hat ein Schweizer Hilfstransport auf dem Schienenweg das von den pro-russischen Rebellen kontrollierte Gebiet in der Ostukraine erreicht. Für das Wasserwerk Donbass wurden 473 Tonnen Chemikalien zur Wasseraufbereitung geliefert. Wie das EDA mitteilte, versorgt dieses zahlreiche Gemeinden auf beiden Seiten der Kontaktlinie mit Trinkwasser.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Abgerechnet wird am Ende. Die jetzige Propaganda schadet beiden Kontrahenten. Die Ukraine wird missbraucht und ausgeraubt bzw. privatisiert. Die Zeche zahlen in 1. Linie die Ukrainer und danach Europa. Befehlen und profitieren tun aber die grossen Freiheitsbringer USA. Irgendwann sitzt die Ukraine zwischen den Stühlen. Die jetzige Verehrung von Kriegshelden kann dann schnell vergessen sein.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      ........und wem hat die Ukraine diese Malaise zu verdanken? Und jetzt leugnen Sie bitte nicht, dass Putin in seiner fiesen Großmacht - und Rachsucht die Ukraine nicht mit Krieg überzogen hat und weiterhin ausbluten lässt. Leider lassen sich die Russen-Aggressoren nicht mit Steinschleudern und Wasserwerfern vertreiben.
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    2. Antwort von c jaschko (let there be peace on earth)
      Den Krieg in der Ukraine haben die Menschen dort den Deutschen und Amerikanischen Kriegs Stiftern zu verdanken :-) Sie bringen Versprechen die sie nie einhalten das Resultat ist immer das Gleiche: Zerstörung :-) Es gibt kein Landauf der Welt in dem die Deutschen und Amerikanischen Partner die Demokratie vorbei gebracht haben welchem es jetzt gut geht :-) Die deutschen sind sogar unfähig die kleine DDR seit 30 Jahren zum blühen zu bringen wollen aber die Welt und Europa reagieren, Wahnsinn :-)
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    3. Antwort von Alexander Reibold (A. Reibold)
      Hr. Chauvet, Sie verwechseln Ursache mit Wirkung. Wer hat auf dem Maidan Brötchen verteilt und von der Bühne tolle Versprechungen an Ukrainisches Volk gegeben. Medwedew u. Lawrow oder Putin selbst, waren es nicht. Joe Biden, Victoria Nuland, Hr. Steinmeier & Co, hatten genug Auftritte auf dem Maidan gehabt, weil Russland zur der Zeit mit Olympiade beschäftigt war.
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  • Kommentar von Werner Wüthrich (ruishi)
    Einerseits ist zu hoffen, dass der Austausch von Sawtschenko Anzeichen für Realismus der beiden Akteure ist. Andererseits verheisst der Jubel und die Verleihung des Ordens Held der Ukraine sowie die Ankündigung, die Krim und die Ostukraine zu befreien, nichts Gutes.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Schon komisch, da gibt es einen Kriegsgefangenen-Austausch, obwohl das eine Land immer noch abstreitet, überhaupt einen Krieg zu führen.
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    1. Antwort von Alexander Reibold (A. Reibold)
      Hr. Steiner, Russische Militärausbilder, so wie zahlreiche Freiwillige in der Ostukraine, hat Russland nie abgestritten. Was aber die reguläre Armee angeht (so wie in Syrien z.b) da sagt Russland nein, weil die bis heute auch noch keiner gesehen hat. Die Amerikaner sagen zwar, das die Satellitenaufnahmen haben usw..., die dürfen aber die Aufnahmen nicht zeigen, weil die Geheim sind.
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