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Katalonien-Krise im Visier? Spanien beklagt Internet-Manipulationen aus Russland

Spanische soziale Netzwerke sollen aus Russland manipuliert worden sein. Ziel soll die Destabilisierung Europas sein.

Frau mit Handy das eine Hülle hat, welches die Unabhängigkeitsfahne zeigt.
Legende: «Fake News» auf dem Smartphone: Spanien verdächtigt russische Medien. Keystone
  • Spanien hat laut eigenen Angaben festgestellt, dass soziale Netzwerke in Zusammenhang mit dem Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens manipuliert worden sind.
  • Sie sollen aus Russland stammen.
  • Es sei allerdings noch unklar, ob die russische Regierung involviert sei.
  • Der spanische Aussenminister sagte, die russischen Manipulationen würden sich nicht nur gegen Spanien richten, sondern es gehe offenbar darum, die EU zu destabilisieren.

Viele Botschaften in den sozialen Netzwerke zu diesem Thema kämen von russischem Gebiet, sagte Verteidigungsministerin María Dolores de Cospedal am in Madrid. Sie nannte keine konkreten Beispiele für manipulative Nachrichten.

De Cospedal reagierte mit ihrer Aussage bei einer Medienkonferenz auf die Frage eines Journalisten über «Russlands Einmischung» in innenpolitische Angelegenheiten europäischer Länder, besonders bezüglich der Katalonien-Krise.

Auch Aussenminister Alfonso Dastis gab an, Beweise für Aktivitäten von «russischen Netzwerken» und «Hackern» zu haben. Einem spanischen Radiosender sagte er, diese würden sich aber nicht exklusiv gegen Spanien richten; es gehe offenbar eher darum, die EU zu destabilisieren.

Ein Regierungssprecher in Madrid teilte mit, derartige Internet-Manipulationen würden auch auf einem EU-Aussenministertreffen am Montag in Brüssel thematisiert. Zuvor hatte bereits der Kommandant der NATO-Truppen in Europa, Curtis Scaparrotti, gefordert, Russland solle aufhören, sich in europäische Wahlen einzumischen.

Vorwürfe an russische Medien

Spanische Medien hatten dem russischen Fernsehsender RT sowie dem Nachrichtenportal Sputnik vorgeworfen, in der Katalonien-Krise eine destabilisierende Rolle zugunsten der Unabhängigkeitsbefürworter zu spielen. Beide Medien werden vom Kreml unterstützt. So hätten sie vor der Abstimmung über die katalanische Unabhängigkeit am 1. Oktober gefälschte Meldungen und Bilder im Internet verbreitet.

Die US-Geheimdienste werfen ihrerseits Russland vor, sich in den Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr eingemischt zu haben, um dem Republikaner Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Unter anderem besteht der Verdacht, dass soziale Netzwerke und Suchmaschinen zur Wählermanipulation genutzt wurden. Der Kreml wird auch verdächtigt, beim Referendum zum EU-Ausstieg Grossbritanniens mitgemischt zu haben.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Würde das alles stimmen, und würde es zum Erfolg führen, zu einer Spaltung der EU und des Westens, was hätte Putins Russland davon? Ganz klar, einen Wirtschaftsfeind weniger, freie Hand in der Weltpolitik und er könnte wesentlich mehr verdienen, Milliarden mehr, weil er mit jedem Land einzeln Handelsvertäge abschliessen könnte.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es wird langsam hysterisch und nimmt groteske Zuege an, was da so alles Russland bzw. Putin unterstellt wird. Demnaechst ist Putin auch noch fuer die Klimaerwaermung, Haemorieden und Vogelgrippe verantwortlich....!!!
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  • Kommentar von Christoph Reuss (Christoph.Reuss)
    @Bernouili! Sie gehen mit keinem Wort auf die demokratischen Verhältnisse der Russisch geführten Sowjetunion ein! Zudem gehe ich davon aus, dass Sie weder in der Ukraine wohnen ( no regelmässig da sind)! Es war kein Putsch! Die grosse Mehrheit des Volkes hat sich erhoben... und wird es wieder tun, sollten wieder Verhältnisse exSowjetunion kommen!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Klar war es ein Putsch in Kiew. Aber stimmt, viele Menschen haben friedlich während Wochen gegen die Regierung protestiert. Aber es waren hauptsächlich Westukrainer/Innen, welche sich eine Annäherung an die EU wünschten. Ex-Boxer Klitschko mit guten Verbindungen nach Amerika durfte dann den Putsch organisieren & der demokratisch gewählte Präsident musste fliehen. In der Ukraine ist es der USA zusammen mit D. geglückt. In Syrien ist es misslungen. In beiden Ländern aber ist jetzt Bürgerkrieg.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Bezüglich Staatsführung, dies tut nun nichts zur Sache. Klar ist Kritik berechtigt. Nur, würden die Russen mit den Amerikanern tauschen wollen? Schauen sie die 2 Kandidaten, welche die Amerikaner wählen konnten und wie Clinton die demokratische Parteileitung korrumpierte. Jeder wische zuerst vor seiner eigenen Haustüre. Bezüglich Ukraine: "US-Präsident Barack Obama hat in einem TV-Interview bestätigt, dass der Staatsstreich in Kiew ein „US-Deal“ war. "
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