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International Kein autonomes Gebiet für Krimtataren

Nach der Eingliederung der Krim in die Russische Föderation lehnt die Regierung der Schwarzmeer-Halbinsel ein autonomes Gebiet für die Minderheit der Krimtataren ab. Diese hätten mehrheitlich den Verbleib der Krim bei der Ukraine bevorzugt.

Ein Krimtartare betet in seiner Wohnung
Legende: Von den rund zwei Millionen Bewohnern der Krim sind schätzungsweise 300'000 Angehörige der tatarischen Minderheit. Keystone

Die muslimische Volksgruppe könne lediglich «kulturelle Autonomie» beanspruchen, sagte Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgaljew. Vertreter der Krimtataren streben dagegen ein Referendum über ihre weitgehende Autonomie an.

Putin verspricht Rehabilitation

Am Volksentscheid auf der Krim vom 16. März, bei dem sich eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer für die Loslösung von der Ukraine und die Eingliederung in die Russische Föderation aussprach, beteiligten sich die meisten Krimtataren nicht.

Der geistliche Führer der Krimtataren, Mustafa Dschemilew, sagte bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats Anfang der Woche, 5000 Tataren hätten die Halbinsel bereits verlassen. Dschemilew ist Abgeordneter im ukrainischen Parlament, und viele Krimtataren wollen Teil der Ukraine bleiben.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach sich für die vollständige Rehabilitierung der Tataren als «Opfer Stalins» aus. Die Mitglieder des Turkvolks wurden unter dem Diktator Josef Stalin als «Nazi-Kollaborateure» verfolgt. Erst zum Ende der Sowjetunion durften die Krimtataren in ihre Heimat zurückkehren.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die NATO provoziert hier gezielt, wäre aber gut beraten, davon abzulassen. Das zeigt, dass man eine Doktrin verfolgt, die dem Gründungsgedanken als Verteidigungsbündnis konträr entgegen läuft. In einem Referendum in den Mitgliedsstaaten würden die Bürger diesem Kurs nicht zustimmen. Aber von demokratischer Legitimation hat sich die NATO längst erfolgreich emanzipiert. Das ist umso gefährlicher für die Welt, denn sobald Militärs ihre eigene Politik machen, fliesst in der Regel reichlich Blut.
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  • Kommentar von Dimitri Wonnoque, Nischni Nowgorod, RF
    Dass die Tataren in der Sowjetunion verbannt wurden, ist unbestritten, doch heute ist z.B. der Tatarstan eine der entwickeltsten Regionen Russlands. Mit über 5 mio stellen sie die größte Minderheit dar. Hab nie gehört, dass sie heute vernachlässigend behandelt werden. Worauf ihre Befürchtungen beruhen, ist nicht ganz plausibel: Die feindlichen Stimmungen richten sich hierzulande aus gewissen Gründen überwiegend gegen Nordkaukasus. Warum sie keine Autonomie bekommen dürfen, ist aber auch unklar.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wo sind jetzt die protestierenden Stimmen? War nicht auch hier im Forum noch vor wenigen Tagen von Volksrechten auf der Krim die Rede?
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    1. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Ihr Kommentar ist absolut sinnlos. Wie es scheint stürzen Sie sich gerne auf jegliche neuen Anti-Russland Nachrichten. Ich würde niemals behaupten, das Putin ein Gutmensch ist, aber das er demokratischer ist als die EU wage ich zu behaupten. Was ist denn mit Venezien, Katalonien, Schottland...mal sehen was die EU da zulässt und was nicht. Wir können gespannt sein :)
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Ach, Sie meinen wohl sich selbst, Herr Stump, die Volksabstimmung in Krim als ilegal bezeichnen und nun solls wieder legal sein!? Also ich bleibe bei meiner Meinung; der Westen kommt nicht von der Kolonialgesellschaft weg und will überall sagen, was zu tun sei. Aber das wird dem Westen in dieser heutigen, emanzipierten Welt den Kopf kosten...
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