Kein Durchbruch im Atomstreit mit Teheran

Die Aussenminister sollten neuen Schwung in die Iran-Verhandlungen bringen. Doch die Äusserungen am Ende einer mehrstündigen Sitzung in Wien sind von Skepsis geprägt: Teheran tut sich schwer.

Irans Aussenminister Mohammad Javad Zarif (links) redet mit US-Aussenminister John Kerry

Bildlegende: Irans Aussenminister Mohammad Javad Zarif (links) redet mit US-Aussenminister John Kerry während der Gespräche in Wien. Keystone

Die Verhandlungen über eine umfassende Lösung des Atomstreits mit dem Iran kommen auf der Zielgeraden nicht voran. Eine Woche vor Auslaufen der Frist für eine Einigung hat selbst das Eingreifen der Aussenminister der USA, Grossbritanniens, Frankreichs und Deutschlands am Wochenende keinen Durchbruch gebracht.

«Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob wir zu einem Ergebnis kommen», sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Sonntag vor seiner Abreise aus Wien mit skeptischem Unterton. Er und seine Amtskollegen hätten «mit aller Überzeugungskraft» versucht, dem Iran die grossen Vorteile einer Lösung zu schildern.

Fristverlängerung möglich

«Es ist vielleicht für lange Zeit die letzte Chance, den Streit um das iranische Atomprogramm friedlich zu lösen», sagte der SPD-Politiker. Nun müsse der Iran entscheiden, ob er eine Kooperation mit der Weltgemeinschaft suche oder isoliert bleiben wolle. Er hoffe auf «Nachdenklichkeit» in Teheran, sagte Steinmeier. «Der Ball liegt auf der Seite Irans.»

Die Frist für eine Einigung läuft am 20. Juli ab. Sie kann allerdings bei allseitigem Einverständnis um bis zu sechs Monate verlängert werden.