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Keine Hilfe für Pakistan Trump macht Drohung wahr

Legende: Video Trump streicht Hilfe für Pakistan abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 04.01.2018.
  • Die US-Regierung stoppt vorerst Sicherheitshilfen für Pakistan. Das teilte die Sprecherin des Aussenministeriums Heather Nauert mit.
  • Die Unterstützung solle so lange ausgesetzt bleiben, bis die pakistanische Regierung «entschlossene Massnahmen» gegen die afghanischen Taliban und das mit ihnen verbündete Hakkani-Netzwerk ergreife, erklärte Nauert.
  • Den genauen Umfang der Hilfen konnte sie nicht beziffern.

Der Streit eskalierte schon zu Jahresbeginn. Per Twitter kritisierte Trump die Regierung in Islamabad scharf.

«Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben», schrieb der Präsident. Pakistan habe den USA seinerseits «nichts als Lügen und Betrug» geboten und sie für dumm gehalten, kritisierte Trump weiter. «Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!», drohte er.

Im August hatte die US-Regierung bereits erklärt, 255 Millionen US-Dollar an Militärhilfe für Pakistan zurückzuhalten. Die pakistanische Regierung bestellte nach den Anschuldigungen von US-Präsident Donald Trump den Botschafter der Vereinigten Staaten ein.

UNO-Botschafterin Nikki Haley erklärte am Dienstag, die USA hielten 255 Millionen Dollar an Hilfsgeldern zurück, weil Pakistan nicht vollständig mit Amerika bei der Terrorismusbekämpfung kooperiere. «Pakistan hat seit Jahren ein doppeltes Spiel betrieben.» Zwar arbeite es mit den USA gelegentlich zusammen. Aber es gewähre den Terroristen, die US-Soldaten in Afghanistan angriffen, auch Unterschlupf. «Dieses Spiel ist für diese Regierung inakzeptabel.»

Beziehungen verschlechtert

Seit Trumps Amtsantritt haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan bekämpft.

Die Regierung in Islamabad hat die Vorwürfe, nicht entschlossen genug gegen radikale Islamisten vorzugehen, wiederholt zurückgewiesen. Sie verweist auf Ausgaben in Milliardenhöhe im Kampf gegen Extremismus und auf tausende von Menschen, die in Pakistan getötet worden seien.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Das Einbinden Pakistans und Afghanistans in den chinesischen Entwicklungsplan ist offensichtlich politisch motiviert. Das Problem Nord- Südkorea ist eher eine Angelegenheit der Mächte Russland und China. Die USA wird wohlweislich vorgeschoben !
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Die Entscheidung des Twittlers ist ziemlich misslich. Wie jetzt gemeldet wird, will Pakistan die ca. 1,4 Millionen Afghanistan-Flüchtlinge, sicher auch viele "untergetauchte Taliban" dabei, sozusagen aus dem Blauen heraus aus Pakistan verweisen. Wo die wohl hingehen, sicher nicht in die USA, da sperrt man sie aus. Wieder mal so eine rücksichtslose Hohlkopf-Entscheidung die jedenfalls von den Trump Fans in den höchsten Tönen bejubelt wird.
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  • Kommentar von Silvan Zellberger (vorwärtsstattstillstand)
    Die aktuell durch Trump gefahrene Strategie dürfte mittelfristig sehr kontraproduktiv ausfallen & dem islamistischen Extremismus neuen Auftrieb geben.Sicherlich,die Anhänger Trump‘s dürften diesen neuerlichen Schritt bejubeln,unterstreicht er doch die «America First Strategie. Zu bedenken bleibt jedoch,dass mit dieser Strafaktion auch der amerikanische Einfluss in der Region abbricht & China davon profitieren & einspringen wird.Trump handelt sehr kurzsichtig & wohl wenig weise.
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