Keine Neuwahlen in Serbien

Nach dem Regierungschef hat auch die grösste Regierungspartei einen neuen Urnengang abgelehnt. Hintergrund waren Mafiakontakte führender Politiker. Doch der Kampf gegen Korruption und Organisierte Kriminalität soll ohne Ansehen der Person weitergehen.

Die Regierung in Serbien wankte, aber sie fiel nicht: Die Fortschrittspartei (SNS) hat als Seniorpartner in der Regierung vorzeitige Wahlen zum Parlament ausgeschlossen. Die staatlichen Interessen seien wichtiger als die Interessen der Partei. 

Damit sind die Schwierigkeiten für Regierungschef Ivica Dacic offensichtlich aber noch nicht ausgestanden. Grund dafür sind Kontakte mit der Mafia. Dacic hat diese inzwischen eingeräumt. Er und sein engster Mitarbeiter hätten Ende 2008 von der Drogenbande des Mafiabosses Darko Saric abhörsichere Handys erhalten, berichtete die Zeitung «Blic».

Die Audio- und Videobeweise der Polizei widersprächen der Behauptung von Dacic, er habe von der wahren Identität seines Gesprächspartners als führender Mafioso keine Ahnung gehabt, berichtete die Zeitung «Informer».