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International Kerry vermittelt in afghanischer Wahlkrise

Bei seiner Vermittlungsmission in der Wahlkrise in Afghanistan hat US-Aussenminister John Kerry vor einem Scheitern der Präsidentenwahl gewarnt. Er traf sich in Kabul mit dem scheidenden Präsidenten Hamid Karsai und den zwei Widersachern der Präsidentenwahl.

Legende: Video Kerry vermittelt in Afghanistan abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.07.2014.

US-Aussenminister John Kerry hat in Kabul vor einem Scheitern der Präsidentenwahl gewarnt. «Wir sind an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt für Afghanistan.» Er hoffe auf eine Lösung. «Aber ich kann nicht sagen, dass das im gegenwärtigen Augenblick ein Automatismus ist.»

Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt Ex-Finanzminister Aschraf Ghani bei der Stichwahl für das Präsidentenamt deutlich vor dem früheren Aussenminister Abdullah Abdullah. Dieser führt seine Niederlage auf Wahlbetrug zurück. Er hat das Ergebnis zurückgewiesen und den Sieg für sich reklamiert. Die erste Wahlrunde hatte er noch klar gewonnen.

«Fälschungen von industriellem Ausmass»

Kerry war mit den Kandidaten und dem scheidenden Präsidenten Hamid Karsai zusammengetroffen. US-Präsident Obama hatte Abdullah und Ghani im Falle von Gewalt oder Verfassungsverstössen mit dem Ende der US-Hilfe gedroht.

Seine Anhänger haben Abdullah aufgefordert, eine Regierung auszurufen. Abdullah hat sich nun einige Tage Zeit erbeten. Er macht ein «Dreieck des Betruges» zwischen der Regierung Karsai, der Wahlkommission und dem Wahlkampfteam Ghanis für Manipulationen verantwortlich. Abdullah warf seinen Gegnern Fälschungen von «industriellem Ausmass» vor und reklamierte den Sieg für sich.

Überprüfung dauert zwei Wochen

Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) schlug eine Überprüfung von 3,5 Millionen Stimmzetteln vor, was 44 Prozent der abgegebenen Stimmen entspräche. Diese Überprüfung würde 8050 Wahllokale (35 Prozent) umfassen.

Unama schätzte, dass die Überprüfung etwa 14 Tage in Anspruch nehmen würde. Damit wäre das von der Wahlkommission geplante Datum für das amtliche Endergebnis am 22. Juli nicht mehr realistisch.

Der Präsidentenpalast teilte mit, Karsai halte am 2. August für die Amtsübergabe fest. Karsai habe bei einem Treffen mit Kerry gesagt, jede Lösung der Krise sei akzeptabel, die auf Grundlage der Verfassung stattfinde und von den beiden Kandidaten angenommen werde.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Kerry vermittelt? Würde ich eher als Einmischung betrachten, wenn Kerry geht, ist alles schlimmer als vorher. Im Juli erst hat er doch zwischen Israel und den Palästinensern "vermittelt", wie die Sache dort verlaufen ist, sehen wir jetzt. Die USA können nicht vermitteln weil sie mit ihren Weltmachtansprüchen immer Partei sind. Gewehr bei Fuß sind sie schnell, aber in der Nachkriegszeit beispielsweise haben sie so gut wie keinen auch nur einigermaßen gescheiten Frieden zustande gebracht.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Da stimme ich Ihnen zu! Wobei Kerry ja nur der Handlanger von Obama ist & der macht dann, was ihm aufgetragen wird. Aber Amerika als Kriegsmacht & gleichzeitig in der Vermittlerrolle in Konflikten, wo sie gut daran mitverdienen, ist wie Feuer & Wasser. Es verträgt sich nicht. Aber irgendwie scheinen sie sich in der Rolle der Weltpolizisten sehr wohl zu fühlen. Dabei sollten sie sich endlich aufs eigene Land konzentrieren. Da gäbe es viel zu tun.
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