Klinik-Brand in Moskau fordert 38 Tote

In der Nacht hat ein Feuer in einer psychiatrischen Klinik nahe Moskau gewütet. Die traurige Bilanz: mindestens 38 Tote. Die Patienten standen teils unter dem Einfluss starker Medikamente und konnten deshalb nicht schnell genug reagieren.

Video «Feuer-Katastrophe in Psychiatrie» abspielen

Feuer-Katastrophe in Psychiatrie

1:17 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.4.2013

In der Psychiatrischen Klinik Nr. 14 in Ramenski nahe Moskau hat ein Feuer in der Nacht zahlreiche Opfer gefordert. Nachrichtenagenturen sprechen von mindestens 38 Toten. Mindestens 29 verbrannten bei lebendigem Leibe. Eine Pflegerin und zwei Patienten haben überlebt.

Feuerwehrmänner in den qualmenden Trümmern der abgebrannten Klinik

Bildlegende: Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Keystone

Vergitterte Fenster als Hindernis

Patienten und Personal schliefen, zitierte die Agentur Itar-Tass einen Mitarbeiter der Rettungskräfte. «Einige versuchten noch, zu entkommen, aber sie wurden von Rauchgasen vergiftet, und das Gebäude brannte fast vollständig nieder.»

Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf medizinische Kreise, die Patienten hätten unter dem Einfluss starker Medikamente gestanden. «Deshalb konnten sie nicht schnell auf das Feuer reagieren.»

Ein Haus steht in Flammen.

Bildlegende: Das Gebäude brannte fast vollständig nieder. Reuters

Die Fenster seien zum Teil vergittert gewesen, zitierte das Boulevard-Internetportal lifenews.ru den Chefarzt der Klinik. In der Psychiatrie würden geistig behinderte Menschen, aber auch Alkoholiker und Drogenabhängige behandelt, sagte er.

Laut der Sprecherin der Ermittlungsbehörde gilt als Unglücksursache vermutlich ein sorgloser Umgang mit Feuer. Brandstiftung ist unwahrscheinlich.