Kolumbien erwägt Frieden mit ELN-Rebellen

Die Regierung Kolumbiens zeigt sich bereit für Friedensgespräche mit der zweitgrössten Rebellengruppe des Landes. Dies, nachdem eine kanadische Geisel freigelassen wurde.

Kolumbiens Präsident Santos spricht zu ELN-Rebellen

Bildlegende: Ein Schritt in eine friedlichere Richtung: Präsident Santos und ELN-Rebellen wollen verhandeln. Reuters

Seit Ende letzten Jahres verhandelt Kolumbiens Regierung mit der Guerilla-Gruppe Farc über einen Frieden. Staatschef Juan Manuel Santos hat nun angekündigt, solche Gespräche auch mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) zu führen. Sie ist nach der Farc die zweitgrösste kolumbianische Rebellengruppe.

Auslöser der Gesprächsbereitschaft Santos' war die Freilassung einer kanadischen Geisel durch die ELN. Der 47 Jahre alte Mann war im Januar verschleppt worden.

Freilassung ein «humanitärer Akt»

Die ELN, zu der rund 2500 Kämpfer gehören, bezeichnete die Freilassung auf ihrer Website als «humanitären Akt» und «Beitrag zum Frieden in Kolumbien». In der vergangenen Woche hatte Santos erklärt, eine Freilassung des Kanadiers wäre ein Schritt in die richtige Richtung, um Gespräche zwischen der Regierung in Bogotá und der ELN zu ermöglichen.

Karte von Kolumbien.

Bildlegende: Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und zählt über 46 Millionen Einwohner. SRF

Am Mittwoch billigte das kolumbianische Verfassungsgericht eine Gesetzesreform, die Rebellen die Teilnahme am politischen Leben ermöglichen soll – sobald die Friedensgespräche abgeschlossen sind.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Kolumbien und Farc verhandeln wieder

    Aus Tagesschau vom 29.8.2013

    Die von der Guerilla-Organisation ausgerufene Verhandlungspause ist nach zwei Tagen zu Ende. Kolumbiens Präsident Santos hat den Ton verschärft. Derweil tötete die Guerilla 13 kolumbianische Soldaten. Santos will die Friedensverhandlungen, die seit dem vergangenen November laufen, noch in diesem Jahr zum Abschluss bringen.