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Krieg ohne Ende in Syrien Mit Militärschlägen zum Waffenstillstand?

Legende: Audio Der UNO-Sicherheitsrat soll nach Willen der USA eine neue Resolution verabschieden abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
1:41 min, aus HeuteMorgen vom 13.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor zwei Wochen hat der UNO-Sicherheitsrat eine Waffenstillstand-Resolution beschlossen. Bewirkt hat sie nichts.
  • Die USA fordern eine neue, schärfere Resolution.
  • Scheitert die Resolution, droht Washington mit Militärschlägen.
  • Das Blutvergiessen in Syrien dauert nun schon seit 8 Jahren an.

Der Ende Februar vom UNO-Sicherheitsrat verfügte Waffenstillstand für Syrien hatte seit Beginn gewaltige Schlupflöcher. Weil der Kampf gegen Terroristen weiterhin erlaubt ist, und weil manche Akteure alle, die ihnen nicht passen, als Terroristen bezeichnen, bombardieren sie weiter.

Ein Haus in der Ferne, dahinter eine aufsteigende Rauchwolke nach einem Bombeneinschlag.
Legende: Ungeachtet der UNO-Resolution hat die Intensität der Gewalt in Syrien in den letzten Tagen noch zugenommen. Imago

Inzwischen ist offenkundig, dass der UNO-Beschluss völlig wertlos ist. Die syrische Armee, Russland, Iran, die Türkei, aber auch Rebellengruppen kämpfen unverdrossen weiter. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sagt es ebenso knapp wie klar: «Es gibt keinen Waffenstillstand in Syrien.»

Kämpfe sind noch heftiger geworden

Von einem freien Zugang für humanitäre Helfer könne keine Rede sein. Und entgegen der Resolution sei kein einziger Verletzter evakuiert worden, beklagt Guterres. Tatsächlich sind die Kämpfe in den Provinzen Ost-Gutha, Idlib und Afrin zum Teil sogar noch heftiger geworden.

Die USA präsentieren nun eine neue, schärfere Resolution: eine ohne Schlupflöcher. Doch die Chancen, dass der Sicherheitsrat sie verabschiedet, tendieren gegen null. Russland macht seinen Widerstand bereits deutlich, indem sein UNO-Botschafter betont, man führe die falsche Diskussion. Und der Westen solle endlich aufhören, sein Land zu beschuldigen.

USA drohen mit militärischen Mitteln

Die amerikanische UNO-Botschafterin Nikki Haley verschärft ihrerseits den Ton: «Wenn die internationale Gemeinschaft ausserstande ist zu handeln, müssen die USA halt allein etwas tun.» Gemeint ist: mit militärischen Mitteln einen Waffenstillstand erzwingen.

Eine Beendigung des Blutvergiessens verspricht all das nicht. Nicht einmal ein Abklingen der Kampfhandlungen.

Syrien

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Momental ist Lage in Ost Ghuta sehr gut für SAA. Ihnen ist gelungen in 3 Kessel zu isolieren. Wie haben in Norden Douma und Al Raytan Kessel. Dann in Mitte Dorf Harasta alleine und in Süden etwa 10 Dörfer zusammen. In mehrere diese Dörfer haben Einwohner gegen Heerschaft westliche Jihadiste protestiert. Es ist zu erwähnen, dass gesamte Ghuta ist mit unzähligen Tunelen verbunden und ist damit zu rechnen, dass Pro USA Jihadisten immer noch untereinander Verbindung haben.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die uebliche US-Masche seit ihrer Kanonenbootaussenpolitik: "Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt!". Dabei wird nicht ein Waffenstillstand erzwungen, sondern die Leiden der Zivilisten durch die weitere Unterstuetzung von Terroristen weiter verlaengert....
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  • Kommentar von Sebastian Mallmann (mallmann)
    Krieg ohne Ende in Syrien? Zumindest bei Damaskus sollen die Regierungstruppen grosse Fortschritte beim Kampf gegen die Aufständischen gemacht haben: Ost-Ghouta ist jetzt in zwei Teile gespalten und könnte schon bald vollständig befreit sein. So wird auch verständlich, warum die scheinheilige Nikki Haley so einen Aufstand macht und mal wieder das Völkerrecht brechen will.
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