Kritik am Polizeieinsatz gegen Kumpels in Südafrika

Sie wollten mehr Lohn und verloren stattdessen ihr Leben: Die Demonstration der Minenarbeiter in Marikana vor einem Jahr endete im Blutbad. Ein Bericht kritisiert nun den harten Einsatz der Polizei.

Vor einem Jahr kämpften die Minenarbeiter der Platinmine im südafrikanischen Marikana für mehr Lohn. Der Streik endete in einem Blutbad. 34 Menschen kamen ums Leben, getötet von Kugeln aus Polizeiwaffen.

Die Polizei habe in Notwehr gehandelt, hiess es nach den tagelangen Aufständen damals.

Notwehr keine Rede

Staatspräsident Jacob Zuma wollte es genau wissen und verlangte einen Untersuchungsbericht. Darin steht nichts Erfreuliches für die südafrikanische Polizei: Von Notwehr ist keine Rede mehr.

«Der Bericht ist zwar noch nicht publiziert. die Untersuchung noch nicht am Ende», sagt Afrika-Korrespondent Patrick Wülser. Jedoch ist jetzt schon klar: Die Polizei habe gelogen. Sie habe Beweismaterial manipuliert, Dokumente wissentlich umdatiert und Falschaussagen gemacht.

Einzelne Polizisten hätten in den letzten Tagen selbst von einer Überreaktion gesprochen. «Das sieht man auch an Fernsehaufnahmen», so Wülser. Da stünden rund 300 Kumpels mit Knüppel bewaffnet einer Masse von 150 Polizisten gegenüber. «Diese eröffneten das Feuer.» Welche Konsequenzen der Bericht haben wird, ist noch offen. Wülser: «Bis heute kam es zu keiner einzigen Verhaftung auf Seiten der Polizei.»