Kuba auf dem Weg in die internationale Staatengemeinschaft

Jahrzehnte war Kuba abgeschottet, mit zaghaften Schritten näherte sich nun der Karibikstaat an den «Westen» an. Frankreich will dabei behilflich sein – nicht ganz ohne eigene Interessen.

Bei einem historischen Staatsbesuch des kubanischen Präsidenten Raúl Castro in Paris versprach Frankreich dem Karibikstaat Unterstützung bei der weiteren Annäherung an Europa.

«Wir wollen Kuba auf dem Weg begleiten, den es gewählt hat: Öffnung und Entwicklung», sagte der französische Staatschef François Hollande nach einem Gespräch mit Castro. Er forderte erneut ein Ende des US-Handelsembargos gegen die Insel.

Frankreich und Kuba wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit nun deutlich ausbauen. Paris ist in den vergangenen Jahren zum wichtigsten politischen Ansprechpartner Kubas in Europa avanciert.

Castros Reise ist der erste Besuch eines kubanischen Präsidenten in Frankreich seit 1995. Der Empfang in Paris unterstreicht die sich wandelnde Position des Landes auf der internationalen Bühne nach dem Ende der Eiszeit mit den USA.

Zaghafter Weg in Richtung «Kapitalismus»

Frankreich setzt sich für ein Ende des US-Embargos gegen die Insel und eine Annäherung mit der EU ein – seit April 2014 führen beide Seiten Gespräche über ein Abkommen über politischen Dialog und Zusammenarbeit.

Frankreich plant seinerseits den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Karibikstaat, der sich langsam der Marktwirtschaft öffnet.

Eine Reihe französischer Konzerne – unter ihnen der Getränkeriese Pernod-Ricard und die Energieunternehmen Total und Alstom – haben bereits auf der Karibikinsel investiert. Mit einem Volumen von rund 180 Millionen Euro steckt der Handel zwischen beiden Ländern aber noch in den Kinderschuhen.

Anlässlich von Castros Besuch unterzeichneten beide Seiten rund ein Dutzend Vereinbarungen, unter anderem in den Bereichen Tourismus, Handel und Verkehr.