Lebenslänglich für Blackwater-Söldner

Die vier US-Söldner hatten auf einem belebten Platz in Bagdad willkürlich um sich geschossen. 14 unbewaffnete Zivilisten starben, darunter Frauen und Kinder. Nach acht Jahren nun sind die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Blackwater wegen Mord und Totschlags zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

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Haftstrafen für Blackwater-Söldner

1:14 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.4.2015

2007 hatten die vier Wachmänner der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater auf einem belebten Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad willkürlich in eine Menschenmenge geschossen. 14 Zivilisten wurden getötet, darunter Frauen und Kinder. Die Welt war schockiert.

Fast acht Jahre später hat ein US-Gericht die Söldner nun verurteilt: Einer von ihnen muss wegen Mordes lebenslänglich hinter Gitter. Die drei anderen erhalten jeweils 30 Jahre Haft wegen Totschlags. Sie waren bereits im Oktober in Washington schuldig gesprochen worden.

Zwei Frauen im Tschador sitzen neben einem Grabstein. Davor stehen Flaschen mit Räucherstäbchen.

Bildlegende: Khalid Ibrahim wird von seiner Familie betrauert. Er war eines der 14 Opfer der US-Söldner. Keystone

Stets Unschuld beteuert

Die Blackwater-Mitarbeiter hätten eigentlich einen Konvoi mit US-Diplomaten schützen sollen, stattdessen richteten sie auf dem belebten Platz ein Blutbad an. Die vier Wachleute hatten stets behauptet, sie seien unschuldig. Sie seien von Rebellen angegriffen worden und hätten sich nur verteidigt.

Nach dem Vorfall wurde weltweit darüber diskutiert, ob Sicherheitsleute von privaten Firmen in Kriegsgebieten eingesetzt werden sollten. Während der Besatzung des Irak (2003 bis 2011) liessen die USA ihre Truppen im Irak von mehreren Sicherheitsfirmen unterstützen. Laut einer Analyse der «Financial Times» kassierten diese für ihre Dienste insgesamt 138 Milliarden Dollar.

Seit dem Blutbad in Bagdad hat Blackwater mehrmals den Namen gewechselt. Später wurden Firmenteile verkauft. Wesentliche Teile des Unternehmens laufen seit 2011 unter dem Namen Academi.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Keine Kriegs-Söldner mehr aus der Schweiz

    Aus Tagesschau vom 23.1.2013

    Sicherheitsfirmen mit Sitz in der Schweiz dürfen nicht länger Söldner zur Teilnahme an bewaffneten Konflikten vermitteln. Justizministerin Simonetta Sommaruga hat in Bern eine entsprechende Gesetzesvorlage präsentiert.

  • Private Militärunternehmen wie Blackwater sollen stärker kontrolliert werden.

    Vorschriften für «Blackwater» & Co.

    Aus Echo der Zeit vom 17.9.2008

    Private Militärunternehmen sollen stärker kontrolliert werden. Dem stimmten in Montreux siebzehn Staaten zu. In Zukunft werden diese Firmen das humanitäre Völkerrecht respektieren müssen. 

    Zu den Unterzeichnerstaaten gehören unter anderen die USA, Grossbritannien, der Irak, Afghanistan und die Schweiz. Rechtlich gesehen ist die Vereinbarung nicht bindend. Dennoch zeigt sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erfreut über die Vereinbarung. Denn damit gelten nun auch für «Blackwater» & Co. Regeln.

    Fredy Gsteiger